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 Bohrer

von Habsburg, Werner I.

männlich 980 - 1028  (48 Jahre)


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  • Name von Habsburg, Werner 
    Suffix I. 
    Geboren 0975/0980  [1
    Geschlecht männlich 
    Titel/Amt/Status 1002-1028  Strasbourg [67000],Bas-Rhin,Elsass,Frankreich Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  [1
    Bischof von Straßburg 
    Gestorben 28 Okt 1028  Konstantinopel (Istanbul),Türkei Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  [1, 2
    Begraben Konstantinopel (Istanbul),Türkei Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  [2
    Personen-Kennung I765  Mittelalter
    Zuletzt bearbeitet am 11 Aug 2015 

    Vater Lanzelin I.,   geb. 955/960,   gest. 991  (Alter 31 Jahre) 
    Mutter von Nellenburg, Liutgard,   geb. 960 
    Familien-Kennung F327  Familienblatt  |  Familientafel

  • Ereignis-Karte
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  • Notizen 
    • Werner I. Bischof von Straßburg (1002-1028)
      975/80-28.10.1028 Konstantinopel, Begraben: Konstantinopel
      Sohn des Grafen Lanzelin im Thurgau und der Liutgard von Nellenburg
      Lex. MA Wohl aus dem Hause der Herzöge von Ober-Lothringen

      Lexikon des Mittelalters: Band IX Seite 7

      Werner, Bischof von Straßburg 1001-1028
      * um 970, + 28. Oktober 1028, Konstantinopel, Begraben: Konstantinopel

      Wohl aus dem Hause der Herzöge von Ober-Lothringen stammend, wahrscheinlich an der Domschule von Hildesheim ausgebildet. 1001 von Kaiser OTTO III. zum Bischof erhoben, wurde er erst nach dessen Tod am 4. Mai 1002 ordiniert. Von Jugend an König HEINRICH II. verbunden, gehörte er zu dessen verlässlichsten Helfern. 1020 führte er schwäbische Truppen bei einem erfolgreichen Kriegszug gegen Burgund. Auch KONRAD II. sah in Werner I. einen erprobten Verfechter der Reichspolitik und beauftragte ihn 1027 mit der Leitung einer Gesandtschaft an den byzantinischen Hof. Die dabei auftretenden Schwierigkeiten bewältigte der Bischof mit der ihm eigenen Ausdauer, doch starb er noch vor Abschluss der Verhandlungen. Werner I. darf zu den markanten Vertretern des deutschen Episkopats im 1. Viertel des 11. Jh. gerechnet werden, der auch bei seinen Amtsbrüdern hohes Ansehen genoss ("Gandersheimer Streit"). Lange Zeit für einen der frühen HABSBURGER gehalten, scheint er mit diesen nur verschwägert gewesen zu sein, war aber in deren Hausmachtpolitik stark involviert (Gründung von Kloster Muri, Erbauung der Habsburg im Aargau).

      Literatur:
      S. Hirsch, JDG Heinrich II., 1-3 - H. Bresslau, JGD Konrad II., 1-2 - O. Riedlich, Rudolf von Habsburg, 1903, 3ff. - E. Hlawitschka, Der Aufstieg des Hauses Habsburg, 1969, 114 - H. Wolfram, Die Gesandtschaft Konrads II. nach Konstantinopel (1027/29), MIÖG 100, 1992, 174ff.

      Trillmich Werner: Seite 119,254, "Kaiser Konrad II. und seine Zeit"

      Auf Bischof Alwin folgte der Hofkepallan Werner (1001-1028) aus dem Hause HABSBURG, ein besonders tatkräftiger Politiker. Als er sich 1002 HEINRICH II. anschloss, brandschatzte Herzog Hermann seine Residenz. Daraufhin wurde unverzüglich der Neubau des größten deutschen Domes in Angriff genommen. Zur Durchführung des gewaltigen Unternehmens überließ der Kaiser seinem Freunde und Berater das Straßburger Stift St. Stephan. Je mehr sich der LIUDOLFINGER um den Erwerb Burgunds bemühte, umso häufiger besuchte er die Stadt an der Ill zu Verhandlungen und Hoftagen.
      Werner wurde 1027 zum Leiter einer Gesandtschaft nach Byzanz ernannt, die für den Thronfolger um eine Braut werben, ein Friedens- und Freundschaftsabkommen anbieten und das Verhältnis zu Venedig, dessen Doge mit dem byzantinischen Kaiserhaus verschwägert war, klären sollte. Während die Gesandtschaft auf die Rückkehr ihrer nach Deutschland geschickten Boten wartete, gedachte Bischof Werner mit byzantinischer Unterstützung eine Wallfahrt nach Jerusalem ans Heilige Grab zu unternehmen, doch seine Abreise verzögerte sich immer wieder. Schließlich erkrankte er und ist am 28.10.1028 in der fremden Stadt am Bosporus verstorben.

      Görich Knut: Seite 143,272, "Otto III. Romanus Saxonicus et Italicus."

      Zum Nachfolger des Anfang 1001 verstorbenen Bischofs Alawich setzte OTTO III. den im kaiserlichen Dienst offenbar bewährten Adligen Werner ein; dessen Weihedatum war der 4. Mai des Jahres 1001 oder 1002.Werner wurde von OTTO in ausdrücklicher Erwartung treuer Dienste zum Bischof erhoben. Berücksichtigt man ferner, dass Werners Vorgänger Widerold (992-999) und Alawich (999-1001) die italienischen Unternehmungen des Kaisers militärisch unterstützt haben, darf unterstellt werden, daß sich OTTO auch auf Werners Zuzug hätte verlassen können. Das Fehlen der Straßburger Kontingente wird an deshalb wohl mit der noch nicht erfolgten Weihe oder noch unzureichend gefestigter Position Werners oder aber damit zu erklären haben, dass sich der Befehl gar nicht an ihn richtete.
      Während des Hoftags in Diedenhofen wurde am 15. Januar 1003 eine Königsurkunde zugunsten des Bischofs Werner von Straßburg ausgestellt, die wohl als erste die neue Bulle trug.

      Krieger, Karl-Friedrich: "Die Habsburger im Mittelalter. Von Rudolf I. bis Friedrich III."

      Werner, ein Bruder oder Schwager Ratbods, der zum Bischof von Straßburg aufstieg, errichtete um 1020 am Zusammenfluss von Aare und Reuss eine Burganlage, die Habichtsburg oder Habsburg, nach der sich die Familie später benannte. Die Anlage, die bis heute eher unansehnlich geblieben ist, bestand zunächst nur aus einem Wehrturm, dem erst seit dem 12. und 13. Jahrhundert Wohnbauten zugefügt wurden. Für das Jahr 1108 ist erstmals ein Angehöriger des Geschlechts als "Graf von Habsburg" urkundlich bezeugt.

      Literatur:
      Bresslau, Harry: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Konrad II. 3 Bände Verlag von Duncker & Humblot Leipzig 1879 - Die Salier und das Reich, hg. Stefan Weinfurter, Jan Thorbecke Verlag 1991, Band I Seite176,178,188,194,196-198/Band II Seite 509/Band III Seite 154 - Görich Knut: Otto III. Romanus Saxonicus et Italicus. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1995Seite 143,272 - Hirsch, Siegfried: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Heinrich II. 1. und 2. Band, Verlag von Duncker & Humblot Berlin 1864 - Hlawitschka Eduard: Die Anfänge des Hauses Habsburg-Lothringen. Genealogische Untersuchungen zur Geschichte Lothringens und des Reiches im 9., 10. und 11. Jahrhundert. Kommissionsverlag: Minerva-Verlag Thinnes Nolte OHG Saarbrücken 1969 -
      Hlawitschka Eduard: Untersuchungen zu den Thronwechseln der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts und zur Adelsgeschichte Süddeutschlands. Zugleich klärende Forschungen um „Kuno von Öhningen“, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1987, Seite 43,73,117-119 - Krieger, Karl-Friedrich: Die Habsburger im Mittelalter. Von Rudolf I. bis Friedrich III. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart/ Berlin/Köln 1994 - Trillmich Werner: Kaiser Konrad II. und seine Zeit. Europa Union Verlag Bonn 1991 Seite 119,254 - Weinfurter Stefan: Heinrich II. Herrscher am Ende der Zeiten. Verlag Friedrich Pustet Regensburg 1999 - Wolfram Herwig: Kaiser Konrad II. Kaiser dreier Reiche. Verlag C.H. Beck München 2000 - [2]

    • Allgemeine Deutsche Biographie

      Werner, Bischof von Straßburg 1001—1028, stammte aus dem Geschlecht der Habsburger, zu dessen Ahnherren er gezählt werden darf. Von Kaiser Otto III. zum Bischof von Straßburg eingesetzt wurde er erst nach dessen Tode am 4. Mai 1002 ordinirt. Gleich die Anfänge seines Episcopats wurden durch außerordentliche Wirren und kriegerische Unruhen gestört. W., durch freundschaftliche Bande von Jugend an mit dem Baiernherzog Heinrich verknüpft, war für dessen Wahl zum deutschen König mit Energie eingetreten, ihn traf dafür der Angriff des Kronprätendenten, des Herzogs Hermann von Schwaben, der das Elsaß verwüstend durchzog und auch der Stadt Straßburg sich bemächtigte. Mit wechselndem Glücke suchte W. Widerstand zu leisten, kaum entging er einmal der persönlichen Gefangennahme, bis im October 1002 Herzog Hermann sich König Heinrich II. unterwarf. Zur Entschädigung für seine Verluste erhielt W. vom König die alte, reichbegüterte Abtei St. Stephan in Straßburg. Auch später hatte er sich noch mancher Gunstbezeugung von Seiten Heinrich's zu erfreuen. So verlieh ihm dieser im J. 1014 die Abtei Schwarzach, die freilich nur sehr kurze Zeit im Besitz der Straßburger Bischöfe blieb und im J. 1017 gab er ihm einen sehr umfangreichen Forst- und Wildbann, der das ganze mittlere Elsaß vom Rhein bis zum Gebirge umfaßte. Wir finden W. vielfach in der Umgebung des Kaisers, so Pfingsten 1007 auf den Synoden zu|Mainz und Frankfurt bei der Gründung des Bisthums Bamberg, ferner wahrscheinlich als Theilnehmer bei dem Romzug des Jahres 1014, weiter 1016 auf dem großen Reichstag zu Frankfurt, 1018 im Octbr. zu Basel bei der Münstereinweihung, im April 1020 zu Bamberg bei der Weihe des St. Stephansstiftes durch Papst Benedict VIII., Ende 1022 in Westfalen. Am bezeichnendsten für das enge Verhältniß beider und zugleich für die Gesinnung Heinrich's ist vielleicht jener an die Existenz der Königspsründe am Straßburger Domstift wahrscheinlich sich knüpfende sagenhafte Zug aus des Kaisers Leben, wonach er der Krone entsagen und in die Reihen der Straßburger Domherren eintreten wollte und nur auf Werner's Gebot davon Abstand genommen habe. Auch die Waffen führte er für den Kaiser, so leitete er 1020 mit einigen alamannischen Großen einen siegreichen Angriff auf Burgund. Nur auf geistlichem Gebiet gerieth er in einen gewissen Gegensatz zu Heinrich, indem er den selbständigen Reformbestrebungen seines Metropoliten, des Erzbischofs Aribo von Mainz, sich eifrig anschloß und mit den übrigen Suffraganen desselben auf der Höchster Synode 1024 Stellung gegen den Papst nahm. Nach des Kaisers Tode wirkte er mit besonderer Rührigkeit für die Wahl des Saliers Konrad des Aelteren, bei dem er sehr rasch die gleiche feste Vertrauensstellung gewann wie bei Heinrich. 1025 im Sommer sehen wir ihn im Gefolge Konrad's II. am Oberrhein, 1027 begleitet er ihn auf der Romfahrt. Wir finden ihn dann noch bei der Entscheidung des Gandersheimer Streits thätig, bis er Konrad's Auftrag erhält, eine kaiserliche Gesandtschaft nach Byzanz zu führen und dort im makedonischen Kaiserhause für Konrad's Sohn, den jungen Heinrich, eine Gemahlin zu werben. Mit glänzendem Gefolge und zahlreichem Troß trat W. die Reise an, aber an Ungarns Grenzen von König Stephan zurückgewiesen mußte er den Weg durch Baiern und über den Brenner wählen, um von Venedig aus nach schwieriger Ueberfahrt Constantinopel zu erreichen. Trotz der günstigen ersten Aufnahme, welche die Gesandtschaft fand, verfehlte sie ihr Ziel, die Verhandlungen schleppten sich hin bis W. kurz vor Kaiser Constantin's Tode nach kurzer Krankheit am 28. October 1028 starb. Ohne daß er seinen Herzenswunsch erfüllen konnte, das heilige Land zu betreten, fand er seine letzte Ruhestätte in der oströmischen Kaiserstadt. An Werner's Namen knüpft sich die Gründung des Klosters Muri im Aargau, wenn auch der Stiftungsbrief von 1027 für unecht erklärt werden muß, ferner spielt er eine wichtige Rolle in der Baugeschichte des Straßburger Münsters, das unter ihm einen umfangreichen Neu- und Ausbau erfuhr. Sind davon auch nur spärliche Reste in der Krypta und anderswo noch erhalten, so gehen doch wahrscheinlich auf ihn die Grundrißmaaße des gewaltigen Bauwerks überhaupt zurück. Für sein lebendiges Interesse an der Wissenschaft und der Bildung des Clerus zeugen seine zahlreichen Büchergeschenke an die Straßburger Domkirche. [3]

  • Quellen 
    1. [S3] Genealogie-Mittelalter.de, Karl-Heinz Schreiber, .

    2. [S3] Genealogie-Mittelalter.de, Karl-Heinz Schreiber, .

    3. [S24] Allgemeine Deutsche Biographie, Wiegand, Wilhelm, "Werner" in: Allgemeine Deutsche Biographie 42 (1897), S. 32-33 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/ppn139142975.html?anchor=adb.