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 Bohrer

von Ungarn, Stephan I.

männlich um 970 - 1038  (~ 68 Jahre)


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  • Name von Ungarn, Stephan 
    Suffix I. 
    Spitzname der Heilige 
    Geboren um 970  [1
    Geschlecht männlich 
    Titel/Amt/Status 997-1038  Ungarn Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  [1
    König von Ungarn 
    Gestorben 15 Aug 1038  Esztergom [2500],Mitteltransdanubien,Ungarn Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  [1
    Begraben Székesfehérvár [8000],Mitteltransdanubien,Ungarn Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Personen-Kennung I1268  Mittelalter
    Zuletzt bearbeitet am 31 Jan 2016 

    Familie von Bayern, Gisela,   geb. um 984,   gest. nach 1060, Passau [94032],Passau,Bayern,Deutschland Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  (Alter ~ 77 Jahre) 
    Verheiratet 995  [1
    Zuletzt bearbeitet am 30 Jan 2016 
    Familien-Kennung F511  Familienblatt  |  Familientafel

  • Ereignis-Karte
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    Link zu Google MapsGestorben - 15 Aug 1038 - Esztergom [2500],Mitteltransdanubien,Ungarn Link zu Google Earth
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  • Notizen 
    • Stephan I. der Heilige
      König von Ungarn (997-1038)
      um 970-15.8.1038 Esztergom Begraben: Stuhlweißenburg
      Einziger Sohn des Großfürsten Geisa von Ungarn aus seiner 1. Ehe mit der Zarolta von Siebenbürgen, Tochter von Fürst Gyula

      Lexikon des Mittelalters: Band VIII Spalte 112

      Stephan I. (Istvan)der Heilige, Großfürst (997-1000), König von Ungarn (1001-1038)
      * um 970, + 15. August 1038 Begraben: Stuhlweißenburg
      Sohn des Großfürsten Geza und seiner Gattin Sarolt, Tochter des Guyla von Siebenbürgen
      Geboren als Vajk (wohl von türkisch bay, ‚Held, Herr‘).

      Stephan I. der Heilige wurde jung – der Legende nach von Bischof Adalbert von Prag – getauft und 994/95 mit Gisela, der Tochter Heinrichs II. von Bayern, vermählt. Nach dem Tod des Vaters mußte er sich zunächst gegen den zum Heidentum tendierenden Oheim Koppany, der dem Seniorat und Levirat entsprechend die Herrschaft und die Hand der Fürstenwitwe beanspruchte, behaupten. Ihn besiegte Stephan mit Hilfe bayerischer Herren, die ihn vor der Schlacht zum Ritter schlugen, bei Veszprem. 1000/01 erhielt er von Papst Silvester II., mit Zustimmung Kaiser OTTOS III., Krone und Segen und wurde somit zum Begründer des christlichen Königreiches Ungarn. Die vom Papst gesandte Krone ging wohl in den Thronwirren nach seinem Tode verloren (Stephanskrone). Den Widerstand von Stammesfürsten brach Stephan I. der Heilige ebenfalls mit Hilfe von westlichen Rittern und ungarischen Getreuen: Guyla, Fürst von Siebenbürgen, besiegte er um 1003, später den aufständischen Fürsten Ajtony. Um 1010 wurde der NO des Landes vom Polen-König Boleslaw I. Chrobry, mit dem Süden dann gegen Kiev zog, zurückerobert. Mit einem Ehebündnis (1009) mit dem venezianischen Dogen Otto Orseolo begann eine Annäherung an Byzanz; in den 1010-er Jahren kämpfte Stephan I. gemeinsam mit Kaiser Basileios II. gegen Bulgarien, und seit 1018 eröffnete er die durch Byzanz führende Pilgerstraße nach Jerusalem, wo er auch ein Hospiz gründete. Das Verhältnis zum Reich war nach dem Tod des Schwagers gespannt, doch ungarische Truppen wehrten die Angriffe KONRADS II., der auf Ungarn Lehensansprüche erhob, um 1030 erfolgreich ab. Beginnend im gesicherten Westen, dann auf das ganze Kerngebiet Ungarns übergreifend, organisierte Stephan I. die Kirchenverfassung und das Königsgut. Zwei Erzbistümer (Gran, Kalosca) und sechs oder acht Bistümer sowie mehrere Abteien (mit der benediktinischen Erzabtei Pannonhalma/Martinsberg an der Spitze, aber nicht ausschließlich lateinischer Observanz) gehen auf ihn zurück. Stephan I. verpflichtete jeweils zehn Dörfer, ein Pfarrkirche zu errichten, die der König ausstattete. Aus dem Besitz der Fürstensippe und dem (etwa zu zwei Dritteln) von den anderen Sippen konfiszierten Land entstanden die ersten königlichen Burgbezirke (Komitate) und Grenzgespannschaften mit dem vom König ernannten Gespanen (ispan, comes) an der Spitze, zugleich als Netz königlicher Verwaltung. Stephans Gesetze (heute aus späteren Materialsammlungen als zwei "Bücher" bekannt) wurde anscheinend von dem König und den Großen (im Text "senatus" genannt) bei zahlreichen Treffen erlassen und beziehen sich - teilweise auf karolingische Vorbilder gestützt - auf die Festigung des Christentums, des Privateigentums, der monarchischen Macht, der Kirchenordnung (einschließlich des Zehnten) und der königlichen Gerichtsbarkeit. Ein Fürstenspiegel ("Institutio morum"), als Mahnung an den Sohn Emmerich (Imre, Heinrich) gerichtet, wird ihm ebenfalls zugeschrieben. Die königliche Münze wurde eingeführt, und die wenigen (von den bekannten zehn wohl vier oder fünf) echten Urkunden lassen auf eine rudimentäre Hofverwaltung schließen. Die Existenz eines Pfalzgrafen, Hofrichters und Schatzmeisters ist auch bezeugt. Das System königlicher Dienstleute, die in eigenen Siedlungen wohnten und besonderen Verpflichtungen an den König hatten, bildete auch unter Stephan die Grundlage der Hofhaltung. Esztergom/Gran blieb königliche Residenz, aber nach der Eröffnung der Pilgerstraße trat Stuhlweißenburg in den Vordergrund. Nach dem Tod des Thronfolgers Emmerich 1031 plagte den alten und kränkelnden König die Nachfolgefrage. Er bestimmte seinen venezianischen Neffen, Peter Orseolo, zum Thronerben, der wahrscheinlich auch der russisch-normannischen Leibgarde vorstand, und ließ seinen, vielleicht eher nach Byzanz orientierten und nach der Überlieferung eine Rebellion anzettelnden Verwandten Vazul (Basil) blenden. Daraufhin flohen dessen Söhne (oder Neffen) nach Polen; sie wurden nach 1046 zu den Ahnen aller späteren ungarischen Könige. Ein idealisiertes Porträt Stephans blieb auf dem ungarischen Krönungsmantel - ursprünglich ein von Königin Gisela gestiftetes Pluviale - erhalten; auf ihm ist er gekrönt und mit Königslanze dargestellt.
      Stephans Kult begann wohl bald nach seinem Tod. Auf Betreiben Ladislaus' I. wurde er - zusammen mit seinem Sohn und dem Missionsbischof und Märtyrer Gerhard von Csanad - 1083 heiliggesprochen. Die im Grab "unversehrt aufgefunden" rechte Hand (ursprünglich wohl ein Arm) wurde zur Reliquie und ist bis heute erhalten; eine Kopfreliquie war noch 1440 in Stuhlweißenburg vorhanden, doch ist sie heute verschollen. Bereits um 1100 bezog man sich auf die Donationen des "heiligen Königs" als Grundlage grundherrlichen Besitzes und seit dem 13. Jh. (Goldene Bulle König Andreas' II. von 122) galten die "Freiheiten des Landes" als die von ihm gestifteten.

      Er hieß eigentlich Wojk und erhielt den Namen Stephan 995 bei der Taufe. Er schlug die letzten heidnische Rebellionen nieder und besiegte den nach der Herrschaft strebenden ARPADEN Koppany 998 bei Veszprem. Er unterwarf Siebenbürgen und wurde 1001 König von Ungarn. Papst Sylvester II. schickte ihm eine Königskrone, die sogenannte Stephanskrone, und Stephan krönte sich am 17.8.1001 selbst zum König. Es entstanden die Erzbistümer Gran und Kolocsa, dazu 10 Suffraganbistümer, eine Staatskirche karolingischer Prägung stand stark unter cluniazensischen Einfluß. Er richtete sich nach dem Westen aus, verlor Mähren an den polnischen Schwager und schuf die Komitatsverfassung mit Gespanschaften auf Sippenbasis. Er eroberte mit byzantinischer Hilfe Slawonien von Kroatien, half Byzanz gegen Bulgarien, gewann die Leithamark von Bayern und stritt darum und um seine Ansprüche in Bayern mit Kaiser KONRAD II., den er im Juli 1030 erfolgreich abwehren konnte. Er richtete einen königlichen Rat ein und ordnete Finanzen und Rechtswesen nach westlichem Vorbild.
      1083 wurde er von der katholischen Kirche heiliggesprochen.

      Lechner Karl: Seite 60,69, "Die Babenberger"

      Fürst Geza (Geisa) ließ seinen Sohn Waik taufen, der seitdem den Namen Stephan trug. Geza hatte durch die Heirat seines Sohnes Stephan mit Gisela, der Schwester Herzog Heinrichs von Bayern, die enge Verbindung nicht nur mir Bayern, sondern in der Folge auch mit dem Reich und so die Eingliederung in das Imperium eingeleitet. Wie in Polen Gnesen, so wurde in Ungarn in Gran im Jahre 1000 ein Erzbistum errichtet und ein Suffraganbistum in Raab. Wie in Polen überantwortete auch Stephan - er war 1001 zum König gekrönt worden - sein Land dem Papst Silvester und empfing von ihm die Königskrone. Stephan führte die Grafschafts-(Komitats)verfassung ein und übernahm viele wirtschaftliche, soziale und rechtliche Elemente aus den angrenzenden westlichen Gebieten. Sein Gesetzbuch hielt sich vielfach an das bayerische Recht. Während schon unter König Stephan aus Grenzkämpfen größere Kriege mit dem Reich entstanden waren, gab es nach Stephans Tod Erbschafts- und Nachfolgestreitigkeiten, in deren Verlauf sich eine heidnische Reaktion bildete.
      König Stephan hatte im großen und ganzen das langsame Vordringen in Gebiete an seiner W-Grenze geduldet. Als aber eine politische Konstellation Ungarn, Kroatien und Venedig näher zusammenführte, mußte Kaiser KONRAD II. für das Reich und besonders für Bayern, auf das ja schließlich auch Stephan namens seiner Gattin Gisela Erbansprüche erheben mochte, eine Gefahr erblicken, die er für die Zukunft zu bannen suchte. Andererseits fürchtete Stephan die Aufnahme einer möglichen Verbindung des Reiches mit dem nach Westen vordringenden Byzanz. Grenzstreitigkeiten kamen dazu, an denen Bayern und die Mark besonders beteiligt waren. Das stete Vorrücken bis zur Leitha und darüber hinaus veranlaßte Gegenmaßnahmen König Stephans, der seinerseits in die Mark einfiel. Der darauffolgende Heerzug Kaiser KONRADS nach Ungarn (1030) blieb nicht nur erfolglos - die Ungarn hatten sich in die Wälder und Sümpfe nahe des Neusiedlersees sowie an der Raab und der Rabnitz zurückgezogen und das ermüdete deutsche Heer immer wieder belästigt und geschwächt - sondern beim Rückzug erlitt das bereits durch Hunger ermattete Reichsheer eine Niederlage. Genauer gesagt, es wurde in Wien gefangen genommen. In dem darauffolgenden Friedensschluß, den der Sohn des Kaisers, König HEINRICH, zugleich Herzog von Bayern, ohne Wissen seines Vaters vermittelte, wurde der Grenzstreifen im Osten der Mark zwischen Fischa und Leitha an Ungarn abgetreten.



      995 oo Gisela von Bayern, Tochter Heinrichs II. des Zänkers, ca 984-9.5. nach 1060
      Eventualerbin von Bayern

      Kinder:
      - Emerich der Heilige 1007-2.9.1031
      - Agathe
      oo Eduard Prinz von England, Sohn Edmunds II.


      Literatur:
      Balazs György/Szelenyi Karoly: Die Magyaren. Geburt einer Nation. Corvina Kiado Budapest Seite 23-32 - Boshof, Egon: Die Salier. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln 1987, Seite 34,53,64,75,120,230 - Die Salier und das Reich, hg. Stefan Weinfurter, Jan Thorbecke Verlag 1991, Band I Seite 34-36,168/Band III Seite 266,497 - Erkens, Franz-Reiner: Konrad II. Herrschaft und Reich des ersten Salierkaisers. Verlag Friedrich Puset Regensburg 1998, Seite 151,154 - Hoensch, Jörg K.: Kaiser Sigismund. Herrscher an der Schwelle zur Neuzeit 1368-1437. Verlag C.H. Beck München 1996 Seite 60,164 - Hoensch, Jörg K.: Matthias Corvinus. Diplomat, Feldherr und Mäzen. Verlag Styria Graz Wien Köln 1998 Seite 17,74,230,261,268 - Homant Balint: König Stephan I. der Heilige. Die Gründung des ungarischen Staates - Lazar Istvan: Kleine Geschichte Ungarns. Österreichischer Bundesverlag Wien 1990 Seite 52,64,71, 75,80,86, 228 - Lechner Karl: Die Babenberger. Markgrafen und Herzoge von Österreich 976-1246, Böhlau Verlag Wien-Köln-Weimar 1992, Seite 60,66,69,71-74,336 A 12 - Ludat, Herbert: An Elbe und Oder um das Jahr 1000. Skizzen zur Politik des Ottonenreiches und der slavischen Mächte in Mitteleuropa, Böhlau Verlag Weimar Köln Wien 1995, Seite 114,160,427, 508 - Pohl Walter: Die Welt der Babenberger. Schleier, Kreuz und Schwert, hg. von Brigitta Vacha, Verlag Styria, Seite 69,71,98,283 - Schulze Hans K.: Das Reich und die Deutschen. Hegemoniales Kaisertum. Ottonen und Salier. Siedler Verlag, Seite 284-286,338,379,393 - Thietmar von Merseburg: Chronik. Freiherr vom Stein-Gedächtnisausgabe, Seite 174,244,442 - Weinfurter, Stefan: Heinrich II. (1002-1024) Herrscher am Ende der Zeiten, Verlag Friedrich Puset Regensburg 1999, Seite 90,180 - Wolfram, Herwig: Konrad II. 990-1039. Kaiser dreier Reiche. C.H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung München 2000 Seite 69,104,128,216,220,226,232,237,246-251,253,255 - [1]

  • Quellen 
    1. [S3] Genealogie-Mittelalter.de, Karl-Heinz Schreiber, .