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 Bohrer

Garibald I.

männlich nach 500 - um 593  (~ 92 Jahre)


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  • Name , Garibald 
    Suffix I. 
    Geboren nach 500  [1
    Geschlecht männlich 
    Titel/Amt/Status 553-591  Bayern,Deutschland Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  [1, 2
    Herzog von Bayern 
    Gestorben um 593  [1, 2
    Personen-Kennung I1211  Mittelalter
    Zuletzt bearbeitet am 18 Jan 2016 

    Kinder 
    +1. Tassilo I.,   geb. um 565/570,   gest. 610  (Alter ~ 40 Jahre)
    Zuletzt bearbeitet am 16 Jan 2016 
    Familien-Kennung F491  Familienblatt  |  Familientafel

  • Ereignis-Karte
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  • Notizen 
    • Garibald I. Herzog von Bayern (553-591)
      † um 593
      Sohn des N.N. aus dem Hause der AGILOLFINGER

      Lexikon des Mittelalters: Band IV Spalte 1116

      Garibald, Herzog der Bayern vor 555-ca. 591
      aus dem Geschlecht der AGOLOLFINGER

      Unklar bleibt, ob vor ihm schon andere AGILOLFINGER den bayerischen Dukat innehatten. Garibald heiratete um 555 Walderada, die Tochter des Königs der Langobarden Wacho (ca. 510-540): Sie war die Frau des fränkischen Königs Chlothar I. gewesen, der sich wegen kirchlichen Widerspruchs jedoch von ihr trennte und sie nun "einem der Seinen", eben dem Bayern-Herzog, zur Gemahlin gab. Diese Tatsache zeigt die Abhängigkeit Garibalds von Chlothar, aber auch seine Königsnähe. Die innenpolitischen Schwierigkeiten des MEROWINGERS boten Garibald I. bald Gelegenheit zu eigener, raffinierter Politik im Bunde mit den 568 in Italien eingerückten Langobarden, mit denen ihn ein Interesse an der Brenner-Verona-Route verband. Garibald I. vermählte eine Tochter mit den langobardischen Herzog Ewin (Eoin) von Trient, der etwa zur gleichen Zeit (575) von den Franken angegriffen wurde; hieran wird Garibalds Übertritt in das Lager der Franken-Gegner deutlich. Im Zuge einer erneuten antifränkiischen 'Konspiration' mußten Garibalds Kinder 589 zu den Langobarden fliehen: Garibalds Tochter Theudelinde heiratete, obwohl sie mit dem MEROWINGER Childebert verlobt war, den langobardischen König Authari; Garibald Sohn Gundo(b)ald wurde Herzog von Asti und Stammvater der agilolfingischen Langobarden-Könige. Nach dem fränkisch-langobardischen Ausgleich von 592 verlor Garibald I. seinen Dukat, vielleicht auch das Leben. Sein Nachfolger und wohl Sohn Tassilo I. band sich eng an die fränkische Herrschaft.

      Literatur:
      H. Zeiss, Quellenslg. für die Gesch. des bair. Stammeshzm.s bis 750, Bayer. Vorgeschichtsfreund 7/8, 1928/29 - E. Zöllner, Die Herkunft der Agilolfinger, MIÖG 59, 1951, 245-264 - E. Zöllner, Gesch. der Franken, 1970, 101f.,107f. - N. Wagner, Zur Herkunft der Agilolfinger, ZBLG 41,1978, 19-48 - Spindler I², 1981, 140ff [K. Reindel] - J. Jarnut, Agilolfingerstud., 1986 - H. Wolfram, Die Geburt Mitteleurpas, 1987, 91ff.

      Bosl’s Bayerische Biographie: Seite 239

      Garibald I., bayerischer Herzog
      † um 593
      oo Walderada, Tochter des Langobarden-Königs Wacho (* um 530)

      Erster belegter Bayern-Herzog.
      War vermutlich ein MEROWINGER-Sproß, der langobardische Chronist Paulus Diaconus nannte ihn „rex“.
      Die Fredegarchronik bezeichnete seine Kinder „aus dem Geschlecht der Franken“.
      Der Franken-König Theudebald († 555) zählte ihn zu „einem der Seinen“.
      Garibald wurde um 548 Herzog, schloß ein Bündnis mit den Langobarden, die den Franken mehrere Niederlagen beibrachten.
      Beginn der Kolonisation Tirols und des östlich von Inn und Salzach gelegenen Landes.

      Literatur:
      ADB 8; R. Reiser, Agilolf od. d. Herkunft d. Bayern, 1977; K. Bosl, Bayerische Geschichte 1971, 1979.
      Garibald I. ist der erste schriftlich bezeugte Herzog von Bayern, war schon fränkischer Untertan, wahrscheinlich unterwarf er sich 553 freiwillig. Der Lech bildete zu dieser Zeit die westliche Grenze der bayrischen Besiedlung. Garibald betrieb eine selbständige Außenpolitik. Die von ihm begründete Dynastie ist auch die erste uns bekannte deutsche Fürstenfamilie. Nach Rudolf Reiser "Glanzlichter bayerischer Geschichte" stammte Garibald aus der fränkischen Königsfamilie der MEROWINGER.

      Spindler Max: Seite 140, "Handbuch der bayrischen Geschichte"

      Mit diesem Garibald begegnen wir dem ersten namentlich bekannten AGILOLFINGER, und man hat aus der Art seiner Eheschließung seine Abhängigkeit von den Franken, sogar seine Einsetzung als Beamter, als "Amtsherzog" erschließen wollen. Mit der starken Stellung, die den AGILOLFINGERN in der Lex Baiuvariorum eingeräumt wird, läßt sich ein "Amtsherzogtum" kaum vereinbaren und die Umstände der Eheschließung Garibalds lassen in der Abwehr gegen die Franken entstanden ist, und dass die berichtete Heirat ein Kompromiß war. Aus der berichteten Heirat können wir jedenfalls eine fränkisch-bayerisch-langobardische Allianz erschließen.
      Der langobardische Herzog Ewin von Trient konnte 575 einen Vorstoß der Franken nach Italien zurückwerfen, und von diesem gleichen Ewin erfahren wir, dass er die Tochter des Bayern-Königs Garibald heiratete. Das ist sicher ein Hinweis darauf, dass der Langobarde sich durch ein Bündnis mit seinem nördlichen Nachbarn gegen ähnliche fränkische Angriffe abzusichern suchte.
      Als die Franken 584 erneut die Langobarden bedrohten, schloß sich der neue Langobarden-König Authari, nachdem ihm die Verständigung mit den Franken mißlungen war, an die Bayern an und bekräftigte das Bündnis durch seine Heirat mit Theodelinde, der Tochter Herzog Garibalds. Im gleichen Jahr 589 noch geriet Garibald von Bayern durch einen fränkischen Vorstoß in Bedrängnis, seine Tochter Theudelinde und sein Sohn Gundoald, der von Authari das Herzogtum Asti erhielt, mußten zu den Langobarden fliehen.
      Für Bayern aber waren die Folgen der 591 erfolgten Verständigung der Franken mit den Langobarden schwerwiegend, was aus dem zur gleichen Zeit in Bayern erfolgten Herrscherwechsel ersichtlich ist, der das Land zum ersten Mal in Abhängigkeit von den Franken zu zeigen scheint: "Tassilo ist vom Franken-König Childebert in Bayern als König eingesetzt worden", wie Paulus Diaconus überliefert. Der langobardisch orientierte Garibald wurde durch den frankenfreundlichen Tassilo abgelöst. Über das Schicksal Garibalds erfahren wir nichts.

      Werner Karl Ferdinand: Seite 107,109, „Bedeutende Adelsfamilien im Reich Karls des Großen“

      Auszugehen ist vom Namen des ersten uns bekannten dux in Bayern, Garivald, dem König Chlothar I., als er das Reich und die Witwe König Theudebalds von Austrasien 555 an sich gebracht hatte, eben diese Witwe, Waldrada, die Tochter des Langobardenen-Königs Wacho, angesichts der Einwendungen des Episkopats, zur Frau gab. Garivald, der damals relativ jung gewesen sein dürfte, wurde gegen 590 samt seinem Sohn Grimoald vom MEROWINGER-König abgesetzt, aber durch Verwandte im Dukat abgelöst, in deren Haus die gleichen Leitnamen auftreten.




      555/61 oo 3. Walderada, Tochter des Langobarden-Königs Wacho um 530 † nach 570

      Kinder:
      - Gundoald Herzog von Asti † 612
      - Tassilo I. † um 610
      - Theodelinde um 570 † 627
      15.5.589 1. oo Authari Langobarden-König um 560-5.9.590
      - Tochter
      oo Evin Graf von Trient
      - Grimoald I.



      Literatur:
      Bosl, Karl: Bosls Bayerische Biographie, Verlag Friedrich Pustet Regensburg 1983 Seite 239 - Dahn Felix: Die Völkerwanderung. Germanisch-Romanische Frühgeschichte Europas. Verlag Hans Kaiser Klagenfurt 1977 Seite 428 - Ewig Eugen: Die Merowinger und das Frankenreich. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 1988 Seite 101 - Hartmann Martina: Aufbruch ins Mittelalter. Die Zeit der Merowinger. Primus Verlag 2003 Seite 65 - Jarnut Jörg: Agilolfingerstudien. Anton Hiersemann Stuttgart 1986 Seite 12,50-54,57,61,117,126,128 - Kalckhoff Andreas: Karl der Große. Profile eines Herrschers. R. Piper GmbH & Co. KG, München 1987 Seite 49 - Offergeld Thilo: Reges pueri. Das Königtum Minderjähriger im frühen Mittelalter. Hahnsche Buchhandllung Hannover 2001 Seite 148, 153 - Paulus Diakonus und die Geschichtsschreiber der Langobarden: Geschichte der Langobarden. Phaidon Verlag Kettwig 1992 Buch I Kapitel 21/Buch III Kapitel 10,30 - Schneider, Reinhard: Königswahl und Königserhebung im Frümittelalter. Untersuchungen zur Herrschaftsnachfolge bei den Langobarden und Merowingern, Anton Hiersemann Stuttgart 1972 Seite 17,27,84 - Spindler Max: Handbuch der bayrischen Geschichte Seite 140 - Werner Karl Ferdinand: Bedeutende Adelsfamilien im Reich Karls des Großen. Band I Seite 107-109 in: Braunfels Wolfgang: Karl der Große Lebenswerk und Nachleben. Verlag L. Schwann Düsseldorf Seite 107,109 - [2]
    • Wikipedia - Garibald I.

      Garibald I. (* nach 500; † um 593) war vermutlich der erste namentlich bekannte Herzog der Bajuwaren in Baiern.

      Leben
      Garibald war ein früher Vertreter der Agilolfinger, einer bedeutenden und führenden Dynastie, ohne dass bisher geklärt werden konnte, woher diese Dynastie stammt und wer die Eltern Garibalds waren. Zum Teil wird von einer engen Verwandtschaft mit den Merowingern ausgegangen – die Fredegar-Chronik berichtet, er sei fränkischer Herkunft –, andere nennen einen Theodo II. oder einen Agiwald von Meaux als Vater, letzterer ein Sohn des Agilolf von Meaux, aber auch eine Verbindung zu langobarrdischen Herrschern oder zum Suebenfürsten Agilulf wird für möglich gehalten. Ebendieser Agilulf soll Namensgeber der Agilolfinger gewesen sein. Angesichts dieser Unsicherheiten ist auch unklar, ob die Bajuwaren vor Garibald einen Herzog besaßen. Die Landnahme bzw. Ethnogenese der Bajuwaren fällt jedenfalls in die erste Hälfte des 6. Jahrhunderts. Die gelegentlich genannten „Herzöge“ Theodon I., Theodon II. sowie Theodon III. dürften allerdings eher in den Bereich der Sage gehören.
      Um 548 erhielt Garibald den Herzogstitel für Baiern durch den fränkischen König Theudebald; um 555 heiratete er Walderada, die Tochter Wachos, des Königs der Langobarden (ca. 510–540). Sie war die Witwe König Theudebalds von Austrasien und danach die Frau des fränkischen Königs Chlothar I. gewesen, der sich wegen kirchlichen Widerspruchs jedoch von ihr trennen musste und sie nun „einem der Seinen“, eben dem Baiern-Herzog, zur Gemahlin gab. Diese Heirat bedeutete für Herzog Garibald eine beträchtliche Rangerhöhung. Zeitgenössische langobardische Quellen titulierten ihn statt dux (Herzog) auch als rex (König). Offenbar musste Herzog Garibald in Baiern für das Merowingerreich eine Schlüsselstellung wahrgenommen haben.
      Die innenpolitischen Schwierigkeiten des Frankenkönigs boten Garibald bald Gelegenheit zu einer eigenen, raffinierten Politik im Bunde mit den im Jahr 568 in Italien eingerückten Langobarden, mit denen ihn ein Interesse an der Brenner-Verona-Route verband. Er vermählte eine Tochter mit dem langobardischen Herzog Ewin (Eoin) von Trient, der etwa zur gleichen Zeit (575) von den Franken angegriffen wird. Das ist ein Hinweis darauf, dass der Langobarde sich durch ein Bündnis mit seinem nördlichen Nachbarn gegen ähnliche fränkische Angriffe abzusichern suchte.
      Als die Franken im Jahr 584 erneut die Langobarden bedrohten, schloss sich der neue Langobardenkönig Authari, nachdem ihm die Verständigung mit den Franken misslungen war, an die Baiern an. Offenbar führte Garibalds Annäherung an die Langobarden dazu, dass die Franken im Jahr 589 auch gegen ihn militärisch vorgingen, jedenfalls flohen in diesem Jahr die Kinder Theodelinde und Gundoald nach Italien zu den Langobarden: Garibalds Tochter Theodelinde heiratete, da sie vom Frankenkönig verschmäht worden war, den langobardischen König Authari; Garibalds Sohn Gundoald wird Herzog von Asti und als Vater König Ariperts I. Ahnherr und Stammvater der agilolfingischen Langobardenkönige. Damit entstand ein antifränkisches Bündnis des langobardischen Königs mit dem bairischen Herzog und dem Herzog von Asti und Trient. Im folgenden Jahr, 590, endete ein fränkischer Angriff auf Autharis Reich mit einer schweren fränkischen Niederlage.
      Anschließend, im Jahr 591, erfolgte allerdings eine Verständigung der Franken mit den Langobarden, deren Folgen für das frühe Baiern schwerwiegend sind, was aus dem zur gleichen Zeit in Baiern erfolgten Herrscherwechsel ersichtlich ist, der das Land zum ersten Mal wieder in Abhängigkeit von den Franken zu zeigen scheint: Garibald starb oder wurde durch den Merowingerkönig abgesetzt. Paul Diaconus berichtet, dass jetzt Tassilo vom Frankenkönig Childebert über Bayern als rex (König) eingesetzt worden ist. Tassilo I. war entweder Garibalds Sohn oder ein naher Verwandter.

      Nachkommen
      Tassilo I., Herzog von Baiern † 610
      Theudelinde, Königin der Langobarden 570/575 bis um 627
      Gundoald von Asti, Herzog von Asti 565–612
      Gertrude von Baiern (∞ Karlomann von Austrien)

      [1]

  • Quellen 
    1. [S7] Wikipedia, Garibald I., abgerufen am 16 Jan 2016.

    2. [S3] Genealogie-Mittelalter.de, Karl-Heinz Schreiber, .