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 Bohrer

von Friaul, Berengar I.

von Friaul, Berengar I.

männlich 845 - 924  (79 Jahre)

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  • Name von Friaul, Berengar 
    Suffix I. 
    Geboren 840/845  [1
    Geschlecht männlich 
    Titel/Amt/Status seit 915  [1
    Römischer Kaiser 
    Titel/Amt/Status 888-924  Italien Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  [1
    König von Italien 
    Titel/Amt/Status 873-924  Friaul,Italien Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  [1
    Markgraf von Friaul 
    Gestorben 7 Apr 924  Verona [37000],Venetien,Italien Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  [1
    • ermordet
    Personen-Kennung I1093  Mittelalter
    Zuletzt bearbeitet am 28 Dez 2015 

    Vater von Friaul, Eberhard,   geb. um 810,   gest. 866  (Alter ~ 56 Jahre) 
    Mutter von Franken, Gisela,   geb. 819,   gest. nach 1 Jul 874  (Alter 55 Jahre) 
    Familien-Kennung F165  Familienblatt  |  Familientafel

  • Ereignis-Karte
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    Pin-Bedeutungen  : Adresse       : Ortsteil       : Ort       : Region       : (Bundes-)Staat/-Land       : Land       : Nicht festgelegt

  • Fotos
    Berengar I.
    Berengar I.

  • Notizen 
    • Kaiser Berengar I. dargestellt im Chronicon Casauriense des Johannes Berardi, spätes 12. Jahrhundert.

      Berengar I of Italy

    • BERENGAR I.

      König von Italien (888-924)
      Römischer Kaiser seit 915
      Markgraf von Friaul (873-924)
      840/45-7.4.924 ermordet Verona
      Sohn des Markgrafen Eberhard von Friaul und der Gisela, Tochter von Kaiser LUDWIG I. DER FROMME

      Lexikon des Mittelalters: Band I Seite 1933

      BERENGAR I., König von Italien 888-924, Kaiser seit 915
      ca 850/53-7.4.924 Verona

      Sohn des fränkischen Adligen Eberhard (Familie der UNRUOCHINGER), Markgraf von Friaul, und der Gisela, Tochter Kaiser LUDWIGS DES FROMMEN, übernahm nach 874 das Amt des friaulischen Markgrafen und unterstützte die Ansprüche der ostfränkischen KAROLINGER auf die italienische Königswürde. BERENGAR, führender Parteigänger Kaiser KARLS III., ging 883 in kaiserlichen Auftrag erfolglos gegen Herzog Wido von Spoleto vor. Die Schwächung der karolingischen Herrschaft in Italien gewährte BERENGAR Freiraum zum Ausbau seiner Macht in Nordosten. Nach der Absetzung KARLS III. durch seinen Neffen ARNULF ("von Kärnten") ließ sich BERENGAR von seinem Anhang im Januar 888 in Pavia zum König erheben. Der Adel überging, wie in Burgund und in Westfranken, das Thronrecht der verbliebenen KAROLINGER, was indessen nicht als Negierung der Reichsordnung zu werten ist: So anerkannte BERENGAR 888 die Oberhoheit ARNULFS. Rasch entstand BERENGAR in der Person WIDOS von Spoleto ein überlegener RiRivale. Nach einem Sieg über BERENGAR ließ sich WIDO 889 in Pavia zum senior et rex proklamieren, 891 von Papst Stephan V. zum Kaiser krönen, doch außerhalb der karolingischen Reichsordnung verharrend. Papst Formosus krönte WIDOS Sohn LAMBERT zum Mitkaiser. BERENGAR blieb in der Folge auf NO-Ititalien östlich der Adda beschränkt; seine Lage änderte sich erst mit dem Tod der Kaiser WIDO (894), LAMBERT (898) und ARNULF (899). Der Ungarneinfall 899/900, dem BERENGAR nicht gewachsen war, zog eine Erschütterung seiner Herrschaft nach sich: Die Großen riefen König Ludwig von der Provence ins Land und erhoben ihn 900 in Pavia zum König; doch glückte es BERENGAR 905, den Gegenspieler zu verdrängen. Damit war BERENGAR endlich alleiniger Herr in N-Iitalien; freilich beeinträchtigte der weit fortgeschrittene Feudalisierungsprozeß in seinem Regnum die Herrschaft. BERENGARS Bemühungen um die Kaiserkrone führten jedoch erst 915 zum Erfolg. Obwohl sich 915 der Herrschaftsbereich BERENGARS nicht erweitert hatte, hob die Zusammenarbeit mit dem neuen Papst Johannes X. BERENGARS politische Bedeutung auf eine höhere Ebene (Eingriff als Sachwalter karolingischer Interessen in Lüttich 920). Der Aufgabe des advocatus ecclesiae in karolingischer Tradition war sich BERENGAR wohl bewußt; er trachtete nach Erfüllung dieses Anspruchs, war diesem jedoch nicht wirklich gewachsen. Seine Stellung in N-Iitalien blieb gefährdet, zumal ihm König Rudolf II. von Burgund 922 das Regnum streitig machte (923 Sieg Rudolfs bei Fiorenzuola). Nach BERENGARS Ermordung in Verona fand das Kaisertum des Westens erst 962 mit OTTO I. eine Fortsetzung.

      Brandenburg Erich: Tafel 1 Seite 2, "Die Nachkommen Karls des Großen"

      IV. Generation 26.

      Berengar I., Markgraf von Friaul vor 875, König von Italien 888 I., Kaiser 915 XII.
      * wohl zwischen 850 und 860, + 924 7. IV.
      Gemahlinnen:
      a) vor 890 3. XI. (ca. 880) Bertila, Tochter des Markgrafen Suppo von Spoleto, + vor 915 XII.
      b) Anna oo vor 915 XII., unbekannte Abstammung + nach 936 V.

      Anmerkungen: Seite 113
      IV. 26. Berengar I.
      Sein Geburtsdatum ist nicht überliefert und kann nur ungefähr aus den sonstigen Lebensdaten erschlossen werden. Im Testament des Vaters erhielt er Annappes (bei Lille), Hildina (bei Lüttich) und alle Besitzungen im Condroz. Er wird III. 878 (Jaffe 3123) noch als juvenis bezeichnet. Für die übrigen Daten siehe Dümmler, Gesta Berengarii. Zum Kaiser gekrönt wurde er vor dem 8. XII. 915, siehe Schiaparelli Dipl. die Bereng. I n. 108. Über das Todesdatum J. Becker in der 3. Auflage von Liudprands Antapodosis 69, Anmerkung 3.
      Gemahlinnen:
      1. Bertila, oo vor 3. XI. 890, Schiaperelli n. 10, wahrscheinlich einige Jahre früher wegen der mutmaßlichen Geburtszeit ihrer Tochter. Gestorben nach 27. VII. 910, Schiaparelli n. 72, aber einige Zeit vor ihres Gatten Kaiserkrönung, da dessen zweite Gemahlin Anna in einer undatierten Urkunde (Schiaparelli n. 107) als Königin erscheint, also noch vor der Krönung vermählt gewesen sein muß. Die Urkunde von 916, Schiaparelli n. 113, in der Birtila als Kaiserin erscheint, ist wahrscheinlich gefälscht. Über Abstammung siehe Dümmler, Gesta Berengarii 27 f. und 101.
      2. Anna, vermutlich vor 915 vm. (siehe oben), urk. zuerst 8. IX. 920, Schiaparelli n. 129, zuletzt 936, Böhmer 1398. Previte Orton, Hist. Review 32, 336 stellt die Hypothese auf, daß Anna eine Tochter des LUDWIG Bosonides (VI, 6) aus seiner angeblichen ersten Ehe mit einer byzantinischen Prinzessin gewesen sei. Die Begründung ist ganz unzureichend.

      Ergänzung (Werner): * 840/45, 874 Herzog in Friaul. [IV 27]

      BERENGAR I. folgte dem Bruder als Markgraf von Friaul und war eine treue Stütze der KAROLINGER. Seit 883 war er schroffer Gegner der WIDONEN um die italienische Königskrone. Er wurde nach dem Sturz Kaiser KARLS III., von der Kurie gefördert, voon den Lombarden zum König von Italien erhoben und sah sich bald von seinem Gegner WIDO 888 bei Brescia und 889 an der Etsch besiegt. Nach jahrelangen Krieg kam es 896 zum Frieden, in dem BERENGAR nördlich der Etsch und östlich der Adda anerkannnnt wurde. Anders als WIDO erkannte er die Oberhoheit des ostfränkischen Königs ARNULF von Kärnten an und erhielt deshalb von diesem zeitweise militärische Hilfe. Nach dem Tode von Kaiser WIDOS Sohn LAMBERT (898) zunächst in Norditalien allgemeiin anerkannt, wurde er am 24.9.899 an der Brenta von den Ungarn geschlagen und zu Tributzahlungen gezwungen. Er verbündete sich später mit ihnen im Thronkrieg gegen Kaiser LUDWIG III. von Burgund, nahm ihn in Verona gefangen und ließ ihn blenden. Er scheiterte mit eigenen Kaiserplänen jahrelang an den Häusern TUSZIEN und SPOLETO, die die Straßen und Pässe nach Rom beherrschten. Er kam erst nach dem Tod der beiden Markgrafen 915 nach Rom und wurde von Papst Johannes X. zum Kaiser gekrönt. Er besiegte die Sarazenen, geriet ab 920 verstärkt gegen eine große Opposition unter dem Schwiegersohn und anderer Adelshäuser, die König Rudolf II. von Hoch-Burgund nach Italien riefen. BERENGAR siegte 921 in der Schlacht bei Brescia mit ungarischer Hilfe, unterlag aber 922 bei Fiorenzuola, wurde verjagt und auf Verona beschränkt. Bei einem Rückeroberungsversuch wurde er gefangengenommen und ermordet. Sein Kaisertum stellte eine völlige Entleerung dieser Würde dar, auch wenn er sich als Nachfolger KARLS DES GROSSEN (dessen Urenkel) sehen konnte.

      Schieffer Rudolf: Seite 181,185,188,191-193,195, "Die Karolinger"

      Nördlich der Ewigen Stadt beherrschten die aus fränkischem Adel hervorgegangenen mächtigen Markgrafen das Feld, namentlich Wido III. (+ 882/83) und WIDO II. von Spoleto, Lamberts Sohn und Bruder, und der ihnen verschwägerte Adalbert I. von Tuszien sowie im Nordosten BERENGAR I. von Friaul, durch seine Mutter Gisela Enkel LUDWIGS DES FROMMEN; gegen sie richtete KARL III. bei seinen befristeten Aufebnthalten uim Lande wenig aus.
      So verstärkte KARL III. in Italien das Gewicht BERENGARS von Friaul, indem er ihn mit Strafmaßnahmen gegen den Rivalen WIDO II. von Soleto beauftragte, und in W-Franken verhalf er den ROBERINER Odo zum weiteren Durchbruch.
      Der Regensburger Fortsetzer der Fuldaer Annalen, der noch herablassend von den "vielen Kleinkönigen (reguli) in Europa" spricht, nennt als ersten

      Hlawitschka, Eduard: Seite 32,39-43, "Die verwandtschaftlichen Verbindungen zwischen dem hochburgundischen und dem niederburgundischen Königshaus. Zugleich ein Beitrag zur Geschichte Burgunds in der 1. Hälfte des 10. Jahrhunderts"

      Karl Konstantin war dann als Sohn LUDWIGS DES BLINDEN und der nach dem Westen gekommen Byzantinerin namens Anna und nicht mehr als Sohn aus der Ehe LUDWIGS mit Adelheid zu werten.
      Der Graf Karl Konstantin von Vienne sei zwar "aus königlichem Geschlecht gewesen, doch war sein Adel durch uneheliche Abstammung bis zum Urgroßvater zurück mit Makel behaftet. Die Mutter Karl Konstantins - sieht man in ihr die im Patriarchenbrief genannte Byzantinerin - war nämlich eine uneheliche Tochter Leons VI. mit Zoe Zautzina, die Leon VI. erst nach dem Tode seiner ersten, ihm von Basileios I. aufgezwungenen Gattin Theophano (+ 897) in zweiter Ehe heiraten konnte, während die Absbstammung Leons VI. selbst als umstritten galt; es war offenbar nicht völlig klar, ob er ein unehelicher Sohn Kaiser Michaels III. mit Eudokia Ingerina gewesen ist oder ein legitimer Sproß des Basileios I. mit derselben Dame, die zunächst nur die Geliebte Michaels III. war und erst nach dessen Ermordung die Ehefrau des Basileios I. geworden ist.
      Eine tatsächliche Blutsverwandtschaft zwischen Karl Konstantin und König Konrad bestand - worauf bereits A. Hofmeister beiläufig hinwies - indessen insofern, als beide vom Grafen Hugo von Tours abstammten; denn dieser war einerseits durch seine Tochter Irmingard der Großvater Kaiser LUDWIGS II. von Italien, dessen Urenkel Karl Konstantin gewesen ist, udn andererseits war ja doch Hugo von Tours durch seine weitere Tochter Adelheid auch der Urururgroßvater König Konrads von Burgund.
      Nach den neueren Forschungserkenntnissen über Anna, die Mutter Karl Konstantins von Vienne, und ihre Herkunft aus Byzanz und anch der Absicherung der Nachricht Richers von Reims, daß Karl Konstantin tatsächlich trotz seines kaiserlichen Vaterers - aber wegen der unehelichen Geburt seiner Mutter - im Abendland mit gewissem Recht als "durch Konkubinenabkunft befleckt", das heißt als "durch makelhafte Herkunft gezeichnet" betrachtet werden konnte, dürfte sich vielleicht erstmals ein Weg zur Beantwortung der Frage auftun, warum wohl Karl Konstantin seinem Vater nicht in der Königswürde nachzufolgen vermochte.
      Und war dem so, daß es nicht nur der schnelle Zugriff König Hugos von Italien auf die Provence beim Tode LUDWIGS DES BLINDEN im Juni 928 war - wie man freilich bislang allgemein glaubt - der die Thronnachfolge Karl Konstantins verhinderte, sondedern doch wohl noch mehr der Makel, der Karl Konstantin durch seine konkubinenbürtige Mutter belastete und ihn schon vor seines Vaters Tod aller Thronhoffnungen beraubt haben muß, dann wird auch verständlich, daß Karl Konstantin nach dem Eintritt des Todes seines Vaters keinerlei erkennbare Anstrebngungen, die Königswürde zu erhalten, unternahm; ja, es wird begreiflich, daß bereits seine Vater - offenbar wegen der zu erwartenden Schwierigkeiten - ihn nicht zum Mitregenten annham oder ddesignierte oder in anderer Weise als Nachfolger kennzeichnen ließ. Sehen wir doch siogar das Gegenteil: Karl Konstantin wurde ebreits von seinem Vater im Jahre 926 als Graf von Vienne eingesetzt. Derartiges ist - worauf besonders hinzuweisen ist und was hier wohl nur als Bestätigung für unsere Sicht gewertet werden kann - für legitime Königssöhne, das heiß präsumtive karolingischen Thronfolger, nicht üblich gewesen. Ein solches Verhalten fordert geradezu einen Verglewich mit den Vorsorgemaßnahmen König Lothars für seinen Friedelsohn (von Waldrada) namens Hugo heraus.
      Hernach drängt sich sogleich die Frage auf, warum dann LUDWIGD ER BLINDE nicht wenigstens seinen zweiten Sohn Rudolf für die Nachfolge im niederburgundisch-provencalischen Königtum bestimmte und warum sich dieser nicht bei den provencalischen Großen nach LUDWIGS DES BLINDEN Tode als neuer Regent durchzusetzen vermochte. Die naheliegendste und durch einen Hinweis auf sein Lebensalter auch etwas abstützbare [Wenn er am 19. März 929 als Zeuge fungieren konnte - vgl. oben Anm. 11 - dann muuß er zumindest vor 914 geboren sein. LUDWIGS DES BLINDEN zweite Gemmahlin ist zum 18. Januar 915 bezeugt, vgl. Anm. 10.] Antwort ist die daß er in gleicher Weise wie Karl Konstantin der Ehe LUDWIGS mit der Byzantinerin Anna entstammt sein dürfte und folglich unter dieselben Vorbehalte wie jener fiel. Ungenügendes Alter, das übrigens auch sonst nicht thronhindernd war, scheidet jedenfalls für beide Söhne LUDWIGS DES BLINDEN völlig aus den Gründen für das Nicht-Nachfolgen aus.
      Sehr wahrscheinlich trat zur Verstärkung des Geburtsmakels der Byzantinerin noch hinzu, daß es um 912 [W. Ohnesorge, Zur Frage der Töchter Ks. Leons VI. (wie Anm. 21) Seite 80 und 81 Anm. 19 (= Wiederabdruck Seite 173 und 175 Anm. 19) meint freilich, aus der erneuten Vergabe des Namens Anna in Byzanz an die älteste Tochter von Leons VI. vierter Gemahlin schließen zu dürfen, daß die von Zoe Zautzina, der zweiten Gemahlin, stammende Anna 906, eventuell schon 903, "mit ziemlicher Sicherheit" verstorben war. Durch deren Abreise nach dem Frankenreich war jedoch meines Erachtens der Name Anna wieder frei und verfügbar; Zoes Tochter Anna muß damals nicht schon verstorben gewesen sein. Die Begründung für eine frühe Todeszeit Annas, der Gemahlin LUDWIGS DES BLINDEN, ist jedenfalls nicht überzeugend; vgl. dazu den gleichen Fall bei den Namen der Töchter König Edwards des Älteren, unten Seite 54.] zu einer Auflösung der Ehe LUDWIGS DES BLINDEN und Annas gekommen sein dürfte unund sogar zu einer Neuvermählung Annas mit BERENGAR I. von Italien [Nachdem König BERENGARS I. erste Gemahlin Berta/Bertilla bald nach 910 - vielleicht durch Gift (vgl. Gesta Berengarii II., v. 79f. ed. E. Dümmler, 1871; Seite 101 - aus dem Leben geschieden war, begegnet uns von 915 ab jedenfalls eine Anna als BERENGARS dilectissima coniunx, über deren Herkunft bislang nichts bekannt ist; zum ersten Male in BERENGARS I. Diplom nr. CVII, vgl. L. Schiaparelli, I diplomi di Berengio I, (Fonti per la storia d'Italia), 1903, Seite 275.]. War dies der Fall, so mußte der Rechtsstatus der Kinder LUDWIGS und Annas - da LUDWIG DER BLINDE selbst 915 mit einer neuen legitimen conjux Adelheid erscheint - besonders gemindert sein: diese Kinder dürften etwa Friedelsöhnen vergleichbar geworden sein. Für eine solche These der Trennung und anderweitigen Wiederverheiratung LUDWIGS DES BLINDEN und Annas, die anmerkungsweise schon einmal von R. Hiestand ins Gespräch gebracht wurde [C. W. Preevite Orton, Italy and Provence (wie Anm. 16) Seite 336f., und R. Hiestand, Byzanz (wie Anm. 2) Seite 129f., halten BERENGARS I. Gemahlin Anna für eine Tochter Kaiser LUDWIGS DES BLINDEN und der Byzantinerin Anna. Letzterer erwägt zusätzlicch (Seite 130 Anm. 79) aber auch schon die volle Identität der Gemahlinnen LUDWIGS DES BLINDEN und BERENGARS I.] , gibt es immerhin einige beachtenswerte Anhaltspunkte; sie würde auch das Ausscheiden Karl Konstantins und seines Bruders Rudolf aus der Thronnachfolge erst ganz plausibel machen [Außer dem gleichen Zeitpunkt der erneuten Verhelichungen LUDWIGS DES BLINDENund BERENGARDS I. ist recht auffällig, daß die dem Kaiser BERENGAR sehr nahestehenden, panegyrischen und erst nach 915 entstandenen Gesta Berengarii sich bemühen, den Anteil BERENGARS an der Blendung LUDWIGS von der Provence im Jahre 905 herunterzuspieen und jene Tat als eigenmächtige Handlung von Untergebenen erscheinen zu lassen; vgl. Gesta Berengarii IV v. 51-1-65, MG Poetae lat. IV, 1, 1899, Seite 396f. Welche Veranlassung sollte wohl dazu bestanden haben? Andere Quellen geben BERENGAR für LUDWIGS Blendung eindeutig die Verantwortung; vgl. R. Pupardin, Provence Seite 185ff. Andererseits kennzeichenen die Gesta Berengarii (IV v. 4-5, Seite 395) LUDWIG DEN BLINDEN als "sittlich verkommen":
      ... Rhodani genten; cui moribus auctor
      Tempnendus Ludovicus erat, sed stirpe legendus.
      Welches Interesse konnte man wohl am Hofe BERENGARS haben, den zur Abfassungszeit schon länger als ein Jahrzehnt Geblendeten auch noch moralisch zu disqualifizieren? - Und hat man in diesem Zusammenhang vielelicht auch die Aufnahme der Kaiseridee und des Kaisertums durch BERENGAR I. im Jahre 915 zu sehen?
      Zu diesem kommt folgendes: Wenn mans es genau nimmt, wird ja durch Richer von Reims (vgl. Anm. 24) Karl Konstantin, nicht erst durch seine Mutter und deren Vorfahren der Konkubinenabkunft bezichtigt, wodurch eben auch schon seine Mutter als nichchtlegitimer Gattin LUDWIGS DES BLINDEN erscheint. (So hat dies ja auch schon R. Poupardin, Provence Seite 209ff. gedeutet, ohne freilich die byzantinische Herkunft und Vorgeschichte der Mutter zu kennen). Zumal aber doch der byzantinische Kaiser seine (damals) einzige Tochter nicht nur für eine Buhlschaft LUDWIGS DES BLINDEN ins Frankenreich geschickt haben wird, weist dieser Zusammenhang auf eine Ehescheidung bzw. nachträgliche Ungültigkeitserklärung der Ehe (zum Zwecke der Ermöglichung einer Neuverheiratung der Beteiligten) hin. Wäre dem nicht so gewesen, dann fragt nman sich zumindest, warum König Hugo von Italien, den doch in gleicher Weise wie Karl Konstantin der Makel anhaftete, von einer illegitim geborenen Mutter abzzustammen - seine Mutter Bertawar ja eine Friedeltochter König Lothars II. und Waldradas - thronfähig blieb. Gerade diese Feststellung drängt zu der Vermutung, daß Karl Konstantin und sein Bruder Rudolf noch durch einen stärkeren Makel als allein durch Konkubinenbürtigkeit der Mutter belastet gewesen sein dürften.].




      880/90 1. oo Bertila von Spoleto, Tochter des Herzogs Suppo - 915 hingerichtet wegen angeblichen Ehebruch

      915 2. oo Anna - 936


      Kinder:

      1. Ehe
      - Gisela 880/85-13.6.910
      900 oo Adalbert I. Markgraf von Ivrea - 923
      - Bertha Äbtissin von S. Salvatore Brescia - 952


      Literatur:
      Beumann, Helmut: Die Ottonen. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln, Seite 18-20,37,39,51 - Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Seite 2 - Dümmler Ernst: Die Chronik des Abtes Regegino von Prüm. Verlag der Dykschen Buchhandlung Leipzig Seite 87,111,116-117 - Dümmler Ernst: Geschichte des Ostfränkischen Reiches. Verlag von Duncker und Humblot Berlin 1865 Band II Seite 15,66,76,80,92,178,183,221,276,313,324-326,363-365,36969, 371-373,414,423,432,505,507,533-535,600 - Giese, Wolfgang: Der Stamm der Sachsen und das Reich in ottonischer und salischer Zeit. Franz Steiner Verlag Wiesbaden 1979, Seite 81 - Hlawitschka, Eduard: Franken, Alemannen, Bayern und Burgunder in Oberitalien (774-962), in Forschungen zur Oberrheinischen Landesgeschichte Band VIII Eberhard Albert Verlag Freiburg im Breisgau 1960 - Hlawitschka Eduard: Lotharingien und das Reich an der Schwelle der deutschen Geschichte. Anton Hiersemann Stuttgart 1968 Seite 24, 37,40,66,74,82-84,87,93,95,98,103,123,129,131,142,144,149,153-155,158,216 - Holtzmann Robert: Geschichte der sächsischen Kaiserzeit. Deutscher Taschenbuch Verlag München 1971 Seite 17,97,102,139 - Mühlbacher Engelbert: Deutsche Geschichte unter den Karolingern. Phaidon Akademische Verlagsgesellschaft Athenaion Seite 457 - Riche Pierre Riche: Die Karolinger. Deutscher Taschenbuch Verlag München 1992, Seite 217,259,262-267,280,312,296 - Schieffer Rudolf: Die Karolinger. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln, Seite 181,185,188,191-193,195 - Schneidmüller Bernd: Die Welfen. Herrschaft und Erinnerung. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 2000 Seite 83,84 - Schnith Karl Rudolf: Mittelalterliche Herrscher in Lebensbildern. Von den Karolingern zu den Staufern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1990 Seite 85,116 - Schwager, Helmut: Graf Heribert II. von Soissons. Verlag Michael Lassleben Kallmünz/Opf. 1994 Seite 406 - Werner Karl Ferdinand: Die Ursprünge Frankreichs bis zum Jahr 1000. Deutscher Taschenbuch Verlag München 1995, Seite 446,465 -

      [1]
    • Allgemeine Deutsche Biographie - Berengar I.

      Berengar I., Markgraf von Friaul, König von Italien und römischer Kaiser, † 924, aus fränkischem Adel, Sohn des Markgrafen Eberhard von Friaul und der Tochter Kaiser Ludwigs des Frommen, Gisela. In Italien aufgewachsen, aber auch in anderen Theilen des Frankenreiches, zumal in Schwaben begütert, folgte er seinem älteren Bruder Unruoch (zwischen 871 und 875) in der Verwaltung der Mark Friaul nach, deren Hauptort das heutige Cividale war, und that sich in den Kämpfen um den Besitz der italienischen Königskrone als ein Parteigänger der deutschen Karolinger hervor. Für Karl III. zog er namentlich gegen den aufsässigen Markgrafen Wido von Spoleto im J. 883 zu Felde. Nach der gewaltsamen Absetzung jenes schwachen und unfähigen Kaisers trat B. selbst als Bewerber um die Krone Italiens auf, die er durch die Wahl der Großen im Anfang Januar 888 zu Pavia erlangte. Alsbald aber fand er einen Nebenbuhler an seinem früheren Gegner Wido, der durch Zuzug aus dem westfränkischen Reiche, besonders aus Burgund unterstützt, seit dem Anfange des Sommers etwa ihm den Besitz der Herrschaft streitig machte. Eine blutige Schlacht bei Brescia im Herbste blieb unentschieden und führte nur zu einem Waffenstillstande; den drohenden Angriff des deutschen Königs Arnolf wandte B. dadurch ab, daß er ihm die Huldigung leistete; in einem zweiten heftigeren Zusammenstoße mit Wido aber, der inzwischen stärker gerüstet hatte, an der Trebbia unterlag er vollständig und mußte sich, wäährend sein Widersacher die Königs- und sodann die Kaiserwürde antrat, damit begnügen, in den nordöstlichen Theilen der Lombardei den leeren königlichen Titel fortzuführen. Eine günstigere Wendung der Dinge konnte, nachdem Wido sogar schon seineen Sohn Lambert im J. 892 zum Kaiser hatte krönen lassen, nur durch das Eingreifen Arnolf's herbeigeführt werden, der zuerst seinen Sohn Zwentibald vorausschickte, dann im J. 894 selbst die Lombardei in Besitz nahm, auf halbem Wege nach dem Süden aber endlich wieder umkehrte. So blieb es wesentlich beim Alten, bis während der Romfahrt Arnolfs B. sich seinem Gegner Lambert, dem Erben Wido's, näherte und nach dem Abzuge der Deutschen, deren Macht sogleich zusammenstürzte, durch einen Verrtrag zu Pavia im J. 896 den Nordosten Italiens bis zur Adda zu friedlichem Besitze von ihm empfing. Der frühzeitige Tod Lamberts, im October 898, brachte ihn ohne Kampf und Mühe an das Ziel seiner Wünsche, jedoch nur auf kürzeste Zeit. Im Augusst 899 brach als ein neues und unbekanntes Schreckniß das wilde Reitervolk der Magyaren herein und verbreitete sich sengend und brennend durch die lombardische Ebene. Schon auf dem Rückzuge begriffen und von B. mit ganzer Macht verfolgt, stellten sie sich nothgedrungen an der Brenta am 24. Sept. zur Schlacht und trugen vorzüglich durch den innern Zwiespalt im Christenheere einen vollständigen Sieg davon, der ihnen zu noch ärgeren Verheerungen die Bahn öffnete und der Anfang einer langen Reihe von Unfällen wurde. Städte und Klöster eilten seitdem, sich durch Mauern gegen die ungarischen Angriffe zu decken. Den geschwächten Zustand des Landes benutzte der junge König Ludwig von Burgund, der Sohn Boso's und durch seine Mutter ein Enkel Kaiser Ludwigs II., um mit dem Beistande des reichen Markgrafen Adalbert von Tuscien im October 900 die italienische Königswürde, im Februar 902 sogar die römische Kaiserwürde zu erwerben. Nachdem er sich nur bis in den Sommer 902 behaupptet hatte,|kehrte er 905 wieder und entriß seinem Gegner sogar das feste Verona, seinen sichersten Stützpunkt. Gerade hier aber wurde er von ihm überfallen, zum Gefangenen gemacht und grausam des Augenlichts beraubt, weil er durch seine Rückkehr einen früheren Eidschwur gebrochen hatte. Auf diesen jähen Sturz des burgundischen Kaisers folgten für B. die besten und friedlichsten Zeiten der eigenen Herrschaft, die ihre höhere Weihe und ihren Abschluß dadurch erhielt, daß endlich im J. 915 um den Anfang December Papst Johann X. ihn in Rom selbst mit der Kaiserkrone schmückte. An mancherlei Auflehnungen der unbotmäßigen Großen fehlte es aber auch fürder nicht und zumal dadurch wurde die Unsicherheit der Zustände genährt und geststeigert, daß dem Kaiser aus seinen beiden Ehen, mit Berthila und Anna, kein Sohn als Nachfolger erwuchs, vielmehr aus der ersteren zwei Töchter, von denen die eine, Bertha, sich dem geistlichen Stande widmete, die andere, Gisela, durch ihre Hand den Markgrafen Adalbert von Ivrea aus dem Lager Lamberts in das Berengars hinüberführte. Gerade dieser Schwiegersohn aber zeigte sich als eine der unzuverlässigsten Stützen, indem er im Bunde mit dem Pfalzgrafen Odalrich und andern hochgestellten Männern auf die Entthronung des Königs hinarbeitete. Gegen die Ungetreuen scheute sich dieser nicht, den Beistand des heidnischen Feindes, der Ungarn, zu erkaufen, die er schon im J. 900 für ihren Abzug bezahlt hatte, und durch diese die Empörung niederzuwerfen. Die Milde aber, mit welcher B. die Aufrührer schließlich begnadigte, trug ihm schlechte Früchte, denn dieselben riefen nunmehr den König Rudolf II. von Hochburgund aus dem welfischen Hause herbei, der zu Anfang des J. 922 allgemein anerkannt dem Kaiser fast nur noch Verona mit seiner Nachbarschaft übrig ließ. Bei dem Wankelmuthe der Italiener gelang es bald auch B. sich von seinem Falle wieder aufzuraffen: gestützt namentlich auf den Bischof Wido von Piacenza lieferte er am 17. Juli 923 dem Gegner eine Schlacht bei Fiorenzuola, in der 1500 Mann, eine für jene Zeit hohe Zahl, auf der Wahlstatt fielen. B. anfangs siegreich, erlitt durch einen Hinterhalt, den die Grafen Gariard und Bonifacius ihm gelegt hatten, eine völlige Niederlage und rettete verwundet kaum das nackte Leben nach Verona. Abermals nahm er, während sein Nebenbuhler herrschte, seine Zuflucht zu den Ungarn und trug daher eine Mitschuld, daß sie am 12. März 924 das reiche und blühende Pavia, die Hauptstadt des Reiches, mit Feuer und Schwert verwüsteten. Gleich darauf endete er selbst, durch eine bewaffnete Rotte der Veroneser unter der Führung seines Taufpathen Flambert niedergestoßen, das Leben am 7. April 924. Seine Erbsbschaft hinterließ er zunächst den Burgundern, bis später sein Enkel Berengar II., der Sohn seiner Tochter Gisela, dieselbe übernahm. — Die Machtstellung Berengars, welche sich niemals über das obere und mittlere Italien hinauserstreckte und aucuch in diesem an den Markgrafen von Tuscien eine Schranke fand, war eine wenig eingreifende und stützte sich vorzugsweise auf die Bischöfe, die er reich beschenkte, hie und da nach dem Beispiele Wido's sogar auch schon mit Hoheitsrechten begabte. Zu den von ihnen später fast durchweg geübten gräflichen Rechten wurde daher gerade in der Zeit dieser Thronstreitigkeiten der Grund gelegt. Ueber die persönlichen Eigenschaften Berengars wissen wir wenig oder nichts: seine kirchliche Frömmigkeit und seine Milde werden gerühmt, doch konnte er in einzelnen Fällen auch grausam auftreten. Mit großer Zähigkeit hielt er durch lange Jahre und unter den widrigsten Verhältnissen sein angemaßtes Recht auf die Krone fest, ohne jemals bei seineen Großen ausharrende Treue zu finden, aber auch er scheute sich nicht um seines Ehrgeizes willen selbst die ärgste Landplage seiner Unterthanen, die Ungarn, herbeizurufen und zu fördern. Daß das damalige Italien nicht unter einem selbstgewählteen Herrscher auf eigenen Füßen zu stehen vermochte, sondern, um zum friedlichen Gedeihen|zu gelangen, der Anlehnung an eine stärkere Macht bedurfte, dafür gibt gerade Berengars vielbestrittene Regierung die glänzendsten Beweise. Trotz seiner sehr zweifelhaften Verdienste fand er in seinen letzten Lebensjahren einen Sänger, der die Kämpfe um den Thron und die Kaiserkrönung in heroischem Versmaße der Nachwelt überlieferte. —

      Literatur
      Einer vollständigen Geschichte Italiens in dieser Periode entbehren wir noch; Vorstudien zu einer solchen enthalten: Dümmler, Gesta Berengarii imperatoris, Halle 1871.

      [2]

  • Quellen 
    1. [S3] Genealogie-Mittelalter.de, Karl-Heinz Schreiber, .

    2. [S24] Allgemeine Deutsche Biographie, Dümmler, Ernst, "Berengar I." in: Allgemeine Deutsche Biographie 2 (1875), S. 357-359 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd101997728.html?anchor=adb.