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 Bohrer

von Hoch-Burgund, Adelheid

weiblich 932 - 999  (67 Jahre)


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  • Name von Hoch-Burgund, Adelheid 
    Geboren 931/932  Genf [1200],Genf,Schweiz Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  [1, 2
    • Nähe Genfer See
    Geschlecht weiblich 
    Titel/Amt/Status Deutschland Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  [1
    Deutsche Königin 
    Titel/Amt/Status Italien Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  [1
    Königin von Italien 
    Titel/Amt/Status Römische Kaiserin  [1
    Gestorben Dez 999  Selz [67470],Bas-Rhin,Elsass,Frankreich Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  [1, 2
    • 16./17.12.999 Kloster Selz
    Begraben Selz [67470],Bas-Rhin,Elsass,Frankreich Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  [1
    • Kloster Selz
    Personen-Kennung I1035  Mittelalter
    Zuletzt bearbeitet am 22 Dez 2015 

    Familie 1 von Italien, Lothar,   geb. 926/928,   gest. 22 Nov 950, Turin [10100],Piemont,Italien Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  (Alter 22 Jahre) 
    Verheiratet 27 Jun 947  [3
    Kinder 
     1. von Italien, Emma,   geb. 948/949,   gest. 988  (Alter 39 Jahre)
    Zuletzt bearbeitet am 21 Dez 2015 
    Familien-Kennung F428  Familienblatt  |  Familientafel

    Familie 2 von Sachsen, Otto I.,   geb. 23 Nov 912, Wallhausen [06528],Mansfeld-Südharz,Sachsen-Anhalt,Deutschland Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort,   gest. 7 Mai 973, Memleben [6642],Burgenlandkreis,Sachsen-Anhalt,Deutschland Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  (Alter 60 Jahre) 
    Verheiratet 951  [2
    Kinder 
     1. Heinrich,   geb. 952/953,   gest. 7 Apr 954  (Alter 1 Jahre)
     2. Brun,   geb. 953/954,   gest. 8 Sep 957  (Alter 3 Jahre)
     3. Otto II.,   geb. 955,   gest. 7 Dez 983, Rom [00100],Latium,Italien Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  (Alter 28 Jahre)
     4. von Quedlinburg, Mathilde,   geb. Anfang 955,   gest. 7 Feb 999, Quedlinburg [06484],Quedlinburg,Sachsen-Anhalt,Deutschland Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  (Alter ~ 44 Jahre)
    Zuletzt bearbeitet am 23 Dez 2015 
    Familien-Kennung F427  Familienblatt  |  Familientafel

  • Ereignis-Karte
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  • Notizen 
    • Adelheid von Hoch-Burgund
      Deutsche Königin
      Römische Kaiserin
      Königin von Italien
      ca. 931/32 Nähe Genfer See † 16./17.12.999 Kloster Selz Begraben: Kloster Selz

      Einzige Tochter des Königs Rudolf II. von Hoch-Burgund († 11.7.937) aus dem Hause der WELFEN (RUDOLFINGER) und der Bertha von Schwaben, Tochter von Herzog Burchard II. (⚔ 28.4.926) und der Regilinde im Sülichgau
      Schwester von König Konrad dem Friedfertigen von Burgund († 19.10.993), Graf Rudolf im Elsaß († 26.1. um 973), Bischof Heinrich I. von Lausanne († 1019), Bischof Hugo von Genf († 1025) und Stief-Schwester von Bischof Burchard I. von Lyon († 26.6.963),
      Nichte von Graf Ludwig im Thurgau († 928), Königin Adelheid von Nieder-Burgund, Markgräfin Willa von Tuszien († nach 936), Markgräfin Waldrada von Spoleto und Stief-Nichte von Herzogin Ida von Schwaben († 17.5.986)
      Enkelin von König Rudolf I. von Hoch-Burgund († 25.10.912)
      Ur-Enkelin von König Boso von der Provence († 11.1.887)

      Lexikon des Mittelalters: Band I Seite 145

      1. Adelheid (hl.), Kaiserin
      * um 931, † 16./17. Dezember 999 in Hoch-Burgund Kloster Selz Begraben: ebd.
      Tochter König Rudolfs II. von Burgund, Schwester König Konrads von Burgund

      1. oo König Lothar von Italien seit 947
      Tochter:
      - Emma oo 966 König Lothar von West-Franken

      2. oo Otto der Große seit Oktober/November 951

      Kinder (unter anderem):
      Otto II. und
      Mathilde, die spätere Äbtisin von Quedlinburg

      Februar 962 Kaiserkrönung in Rom zusammen mit OTTO DEM GROSSEN.
      Am Beginn ihres ereignisvollen und politisch einflußreichen Lebens, durch das Adelheid zu den bedeutendsten Frauen des 10. Jahrhundert zählt, standen die Ambitionen Hugos von Italien auf das Königreich Burgund; Hugo verlobte die erst etwa sechsjährige Adelheid mit seinem Sohn Lothar.
      951 heiratete OTTO DER GROSSE bei der Verfolgung seiner italienischen Pläne die seit 950 verwitwete Adelheid, die zeitweilig in die Gefangenschaft Berengars II. geraten war. Als Gemahlin OTTOS DES GROSSEN wurde Adelheid zur bedeutenden consors regni, die in zahlreichen Urkunden als Intervenientin begegnet und ihren Gemahl auf den Italienzügen 961-965 und 966-972 begleitete.
      Maßgeblich an der Erziehung OTTOS II. beteiligt, war sie bis 978 dessen einflußreichste Beraterin, ehe sie sich mit ihrem Sohn entzweite und den Hof verließ.
      983 gelang es ihr zusammen mit Kaiserin Theophanu, ihrem unmündigen Enkel OTTO III. die Krone zu erhalten, ehe sie nach einem Zerwürfnis mit ihrer Schwieger-Tochter den Hof erneut verließ.
      Beim Tod der Theophanu 991 übernahm sie noch einmal die Regentschaft, doch zog sie sich nach der Mündigkeit OTTOS III. 994 bald endgültig zurück. In ihren letzten Lebensjahren hielt sie sich zumeist in ihrer Lieblingsgründung Selz auf. - Schon den Zeitgenossen, die ihre Schönheit, Klugheit und Sittenstrenge rühmten, war das Außergewöhnliche dieser Frau aufgefallen, die Gerbert von Aurillac mater regnorum nannte. Überaus aufgeschlossen zeigte sie sich gegenüber der cluniazensischen Bewegung; sie stand in Kontakt mit den Äbten Maiolus und Odilo.
      H. Zielinski

      Ikonographie:
      1097 heiliggesprochen. Dargestellt in fürstlichem Gewand mit Zepter und Krone (Domchor zu Meißen um 1260), seit dem 14. Jh. auch mit Kirchenmodell (Nord-Portal des Augsburger Domes 1343) oder Schiff.
      G. Binding

      Quellen:
      Odilo v. Cluny, Epitaphium A. imperatricis, ed. H. Paulhart, MIÖG Ergbd. 20. 2, 1962, 27-54 - Gerbert v. Reims, Briefsammlung, ed. F. Weigle, MGH Briefe Dt. Kaiserzeit 2, nn. 20, 74, 128 - I diplomi di Ugo e di Lotario, ed. L. Schiaparelli, Fonti 38 - MGH DD O. I., O. II. und O. III (weitere Qq. bei Paulhart, a.a. O.) -

      Literatur:
      Bibl. SS I, 233-235 - DBI I, 246-249 - DHGE I, 515-517 - NDB I, 57f. - LThK I, 141f. - Paulhart, a.a.O., 22-26 [ält. Lit.]

      Hlawitschka Eduard: Seite 97-98, "Die Ahnen der hochmittelalterlichen deutschen Könige, Kaiser und ihrer Gemahlinnen. Ein kommentiertes Tafelwerk Band I 911-1137"

      VIII : Königin und Kaiserin Adelheid (von Burgund), 2. Gemahlin König Ottos I.

      1 : Königin und Kaiserin Adelheid (von Burgund)

      Adelheid wird von OTTO I. laufend in seinen zwischen 952 und 973 ausgestellten Diplomen als seine (zweite) Gemahlin bezeichnet; zum Beispiel MGH D O I 141 (vom 6.II.952): Hadeleida dilecta coniunx nostra; 145 (vom 15.II.952): petitione dilecte coniugis nostre Adelegide; 146 (vom 1.III.952): dilecta coniux nostra Hadelehida deprecata est; etc. - Von den erzählenden Quellen sei hier lediglich verwiesen auf Contin. Reginonis ad 951, MGH SS rer. Germ. Seite 164f.:
      DCCCCLI. rex Otto in Italiam ire volens multo se ad hoc iter apparatu prestuxit, quoniam Adalheidam viduam Lotharii regis Italici, filiam Ruodolfi regis, a vinculis et custodia, qua a Berengario tenebatur, liberare sibique eam in matrimonium assumere regnumque cum ea simul Italicum adquirere deliberavit. ... Sed et domna Adalheidis, Deo amabilis regina, sua ipsius prudentia a custodia est Deo propitio liberata et Ottoni rego felici Deo auspicante copula coniuncta. - Dazu Liudprand, Legatio praef., MGH SS rer. Germ. Seite 175: Ottones Romanorum invioctissimos imperatores augustos gloriosissimimque Adelheidem imperatricem augustam Liudprandus ... semper valere, prosperari ... optat.
      Adelheid dürfte ca. 931/32 geboren sein. Heißt es doch in Odilos Epitaphium Adalheidae cap. 2, MGH SS 4 Seite 638, neuere Edition bei H. PAULHART, Lebensbeschreibung Seite 29:
      Haec ... cum adhuc esset iuvencula et sextum decimum aetatis suae ageret annum ... adepta est regale matrimonium, iuncta scilicet regi Lothario, Hugonis ditissimi regis Italici filio. Das Jahr der Verheiratung Adelheids mit König Lothar (947) ergibt sich wiederum aus der Bemerkung im gleichen cap. 2:
      Supradicto vero Lothario ante annum circiter tercium, postquam domnam Adelheidam duxerat, defuncto, remansit ipsa viduata viro. König Lothar von Italien verstarb am 22.XI.950; vgl. Quellen hierzu bei R. KÖPKE-E. DÜMMLER, Otto der Große Seite 1884 Anm. 2. Den Zeitpunkt dieser ersten Verheiratung Adelheids (= spätestens Früh-Sommer 947) bezeut auch eine Urkunde König Lothars vom 27. Juni 947 (L. SCHIAPARELLI, Diplomi di Ugo di Lothario Seite 255f. nr.: Besitz-Schenkung zu Corona reginae Adeleidae nostraque amabili coniugi. Wenn Adelheid deshalb im Früh-Sommer 947 bei ihrer Verheiratung mit König Lothar im 16. Lebensjahr stand, müßte sie 931/32 geboren sein. Die Berechtigung bei H. TROG, Rudolf Seite 52, die auf 922 führen sollen, sind verfehlt.
      Adelheids Vermählung mit OTTO I. in Pavia wird von R. KÖPKE-E. DÜMMLER, Otto der Große Seite 198 Anm. 2, auf "Oktober oder November" 951 datiert; nach BO Seite 95 nr. 201a, wo auch eine Zusammenstellung aller verfügbaren Quellen hierzu geliefert wird, sei sie nach dem 15. Oktober und vor Dezember 951 geschehen. Zuletzt hat G. WOLF, Nochmals zur Frage Seite 209-221 und Seite 224, den Versuch unternommen, aus Erwägungen zu Reisegeschwindigkeiten, der Intitulatio in einigen Urkunden OTTOS I. und Festtagsusanncen der OTTONEN den 9. Oktober 951 als Hochzeitstag festgelegt, wobei vieles für seine Darlegung spricht.
      Zu Adelheids Todestag (16./17.XII.999) und ihrer Beerdigung im elsässischen Kloster Selz vgl. Thietmar von Merseburg, Chron. lib. IV cap. 43, MGH SS rer. Germ. NS 9 Seite 180:
      Athelheidis autem imperatrix urbem, quae Celsa vocatur, interim edificans, ... in eodem anno [= 999] XVI. Kal. Iannuarii gaudens appeciit, de quibus orta fuit;
      Ann. Quedlinburg. ad 999, MGH SS 3 Seite 76, neue Editionn MGH SS rer. Germ. Seite 508ff.:
      Adelheida ...inclita Romanorum imperatrix augusta ... XVII. Cal. Ian. laborum suorum centuplicatam receotura mersedem angelico stipata coetu gloriosa migravit, atque in basilica Salisensi, quam ipsa in honore sancti Petri principis apostolorum pio labore construxerat, honorifice tumulatur;
      Odilo, Epitaphium Adalheidae cap. 21, MGH SS 4 Seite 644, neue Edition bei H. PAULHART, Lebensbeschreibung Seite 44:
      cum sextum decimum diem solveret December felix, et ipsa feliciter deposito carnis onere evolavit ad purum purissimi etheris fulgorem. - Eine umfassende Quellenzusammenstellung bei BU nr. 1337 a.

      Schwennicke Detlev: Tafel 10, "Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1"

      OTTO I. DER GROSSE
      * 23.XI.912 † Memleben 7.V.973 Begraben: Magdeburg Dom
      930 Mit-König
      7.VIII.936 DEUTSCHER KÖNIG
      Rom 2.II.961 KAISER
      IX. 929 I. oo ED(G)ITHA † 26.I.946 Begraben: Magdeburg Dom
      Tochter von Eduard (Edward) dem Älteren König der Angelsachsen

      Pavia X./XI.951II. oo ADELHEID VON BURGUND (WELFEN) † Kloster Selz/Elsass 16.XII.999 Begraben; ibid
      Witwe von König Lothar 931 Mit-König von Italien (ARLES)
      Tochter von König Rudolf II.

      Brandenburg Erich: Tafel 4 Seite 8, "Die Nachkommen Karls des Großen"

      VII.16 b. LOTHAR
      * ca.928, † 950 22. XI.
      Mit-König von Italien 931
      Gemahlin:
      937 12. XII.ADELHEID, Tochter König Rudolfs II. von Burgund, später mit Kaiser OTTO I. vermählt, † 999 16. XII.

      Anmerkungen: Seite 121
      VII. 16. Lothar
      Sohn der Alda, Schiaparelli n. 9 (948 14. VI. domna et mater nostra Alda), Mit-König 931 nach 17. IV., vor 17. X., Schiaparelli n. 27, 28.
      Mitgiftverschreibung 973 12. XII., Schiaparelli n. 47.
      Todestag Gingins de la Sarra, Archiv für Schweizergeschichte 9, 233. [VIIc 27]

      Werner Karl Ferdinand: Seite 465, "Die Nachkommen Karls des Großen bis um das Jahr 1000 (1.-8. Generation)"

      VII. 27.
      Brandenburg VII,16 datiert die Heirat Lothars und Adelheids auf 937 XII 12. Es handelt sich jedoch um die Verlobung, vgl. L. M. Hartmann, Geschichte Italiens 3,2,201.
      Die Ehe wurde 947 geschlossen, und zwar vor VI 27, vgl. D 3 Lothars (ed. Schiaparelli) und Odilo von Cluny, Epitaphium domne Adalheide auguste, ed. H. Paulhart, MIÖG. Ergänzungsband 20 (1962) 29f.
      Für Adelheids Tochter Emma kommt demnach als Geburtsjahr frühestens 948 in Betracht.
      Zur Zeit der Eheschließung stand Adelheid im 16. Lebensjahr, wie uns Odilo mitteilt; sie wurde also c 932 geboren, nicht c 931, wie Paulhart ebd. Anmerkung 2 errechnet.

      Althoff Gerd: Seite 373, "Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung"

      K 49
      Me: 17.12. Aethelheith imp. † 999 Gemahlin OTTOS I.

      (Es.)
      Me: 20.4. Eodem die capta est Aedelheid imp. a Berengario rege
      (Es.)
      Me: 20.8. Eodem die liberavit dominus Athelheidam reginam de vinculis
      (Es) Zum Einfluß Adelheids auf das Gedenken der ottonischen Familie und zur Interpretation der nichtnecrologischen Einträge ihrer Gefangennahme und Befreiung in Italien vgl. ausführlicher Seite 163f.
      Allg. s. NDB 1. Seite 57f.: Biogr. Wörterbuch 1, Sp. 16f; FW K 28. Zum Todesdatum: BU Nr. 1337a.

      Diener, Ernst: Seite 78, "Könige von Burgund aus dem Hause der Welfen" in: Genealogisches Handbuch zur Schweizer Geschichte I. Band: Hoher Adel Zürich 1900-1908

      11. ADELHEID
      Tochter Rudolfs II. und Bertas (Contin. Reginon. SS I 621; Liutpr. antap. SS III 319; Hrotsuithae gesta Oddonis SS IV 328; Odilonis epitaph. Adalh. SS IV 641; Ekkeh. chron. univers. SS VI 188; Chron. Ebersheim. SS 23, 440: ex nobilissima stirpe Germanorum et Burgundionum, dann einige ganz confuse Angaben; Gallia christ. XV Instr. col. 130 ff.),
      geb. 931/32 (nach Odilo S IV 638 war sie 947 16-jährig),
      937 XII. 12. (Orig. Guelf. II Probat. p. 141 f.) verlobt und 947 (Köpke u. Dümmler, Otto I. p. 173 f.) vermählt mit König Lothar von Italien, Witwe 950 XI. 22. (Köpke u. Dümmler, 1. c.), in 2. Ehe 951, Oktober oder November (Wimmer, Kaiserin Adelheid etc. 931-973, Diss. Erlangen, Regensburg 1897, p. 22 Anm. 1) mit OTTO DEM GROSSEN (Contin. Reginonis SS I 621; Annal. Hildesheim. SS III 58; Annales Quedlinburg. 1. c.: rex invictissimus OTTO Adelheidam reginam, vulto decoram, consilio providam et universa morum honestate valde praeclaram, et regali avorum atavorumque prosapia ortam, coniuge illustrissimo, Lothario videlicet rege, iam tunc viduatam, connubiali sibi vinculo sociandam adquisivit; Annal. Weissenburg. und Lamberti annal. SS III 59; Annal. Ottenburani SS V 4), zum zweitenmal Witwe 973 V. 7. (Dümmler, I. c. p. 509 f.),
      † 999 XII. 16. (Richter, Annalen d. deutschen Gesch. im MA. III. Abt. I. Bd. p. 163 Anm. c).
      Etwas nach Mitte des 11. Jahrhundert erscheint Adelheid zuerst als Heilige in den Miracula Adelheidae SS IV 645 ff.

      Glocker Winfrid: Seite 270, "Die Verwandten der Ottonen und ihre Bedeutung in der Politik."

      III. b. 3) OTTO I.
      * 912 XI 23, † 973 V 7

      Im Herbst 951 heiratete König OTTO I. Adelheid, die Tochter König Rudolfs II. von Hoch-Burgund und dessen Gemahlin Bertha; die Königin Bertha war ihrerseits eine Tochter Herzog Burchards von Schwaben, der 926 im Kampf für seinen Schwieger-Sohn vvor Novara gefallen war. Der Continuator Reginonis a. 951, Seite 164, bezeugt die Filiation Adelheids von König Rudolf II., wohingegen wir in der Antapodosis Bischof Liutprands von Cremona IV c. 13, Seite 111, auch ihre Abstammung von der Königin Bertha belegt finden.
      Die weiteren Quellenzeugnisse für Adelheid hat Diener, Könige von Burgund, Seite 78, Nr. 14, zusammengestellt.
      Adelheids Geburtsjahr läßt sich aus der Angabe Odilos von Cluny, Epitaphium Adelheide c. 2, Seite 29, sie sei zur Zeit ihrer Vermählung mit König Lothar im 16. Lebensjahr gestanden, errechnen.
      Zur Verlobung und Eheschließung der burgundischen Königs-Tochter Adelheid mit Lothar, dem Sohn König Hugos von Italien, vgl. Werner VII, 27.
      Die ottonische Hoflegende, wie wir sie vor allem bei Hrotsvith, Gesta Oddonis v. 467-665, fassen können, malt in geradezu rührenden Farben die Geschichte der Werbung und schließlichen Eheschließung OTTOS I. mit der armen, im Kerker schmachtenden Adelheid aus.
      Der Todestag Adelheids ist zum XII 17 im Merseburger Nekrolog eingetragen; vgl. dazu bei Althoff, Adelsfamilien Kommentar K 49.
      Auch Thietmar IV c. 43, Seite 100, hat in Abhängigkeit vom Merseburger Nekrolog) den XII 17, während Odilo c. 21 Seite 44, den XII 16 nennt; er berichtet ergänzend, die Kaiserin Adelheid sei um Mitternacht gestorben, womit die zwei Angeben für den Todestag erklärlich werden. Vgl. auch BU. 1337a.

      GROSSE FRAUEN DER WELTGESCHICHTE. Tausend Biographien in Wort und Bild: Seite 11

      ADELHEID VON BURGUND
      um 931 † 16.XII.999
      Die "Mutter der Königreiche" - wie Gertrud Bäumer die Kaiserin Adelheid, eine der herrlichsten Frauengestalten der deutschen Geschichte, genannt hat - erblickt als Tochter des burgundischen Königs Rudolf II. und seiner Gemahlin Berta das Licht der Welt. Kaum 16-jährig reichte sie dem italienischen König Lothar die Hand zu einem glücklichen, jedoch nur drei Jahre währenden Ehebund.
      Lothars Nachfolger nahm sie gefangen, aber es gelang ihr, zu entfliehen und den deutschen König OTTO zu Hilfe zu rufen - für diesen ein hochwillkommener Anlaß, in Italien einzufallen.
      Adelheid besaß eine bedeutende und einflußreiche Anhängerschaft, die ihre Vermählung mit dem jungverwitweten OTTO befürwortete, und am Weihnachtstag des Jahres 951 fand unter großem Gepränge die Hochzeit in Pavia statt.
      Erst nach zehn ereignisvollen Jahren betrat Adelheid an der Seite ihres königlichen Gemahls, des Siegers vom Lechfeld, wieder italienischen Boden. Am 2. Februar 962 empfingen OTTO I. und Adelheid aus der Hand des Papstes die Kaiserkrone. Der gelehrte Gerbert, der spätere Papst Silvester, mit dem sie in Briefwechsel stand, preist ihre Klugheit, Gerechtigkeit und hohe Tugend; sie beherrschte vier Sprachen, und ihr Harfenspiel war berühmt.
      "Allzeit", so schreibt ihr Zeitgenosse und Biograph Odilo von Cluny, "war sie beherrscht von der Mutter aller Tugenden - von der Mäßigung", und in diesem Sinne versuchte sie auch ihren Gatten, ihren und ihren Enkel zu beeinflussen. Gemeinsam mit ihrer Schwieger-Tochter Theophano rettete sie den beiden OTTONEN noch für eine kurze Zeitspanne Krone und Reich. Als sie in ihrem Kloster Selz im Elsaß starb, zerbröckelte unter den unsicheren Händen ihres Enkels das ottonische Kaisertum.

      Adelheid galt nicht nur als Schönheit, sondern sie erhielt auch eine angemessene Bildung und eine standesgemäße Erziehung am Hofe Königs Hugo von Italien. Um seinen Anspruch auf Hoch-Burgund durchzusetzen, heiratete König Hugo Adelheids Mutter BBertha und verlobte das 6-jährige Mädchen Adelheid gleichzeitig mit seinem Sohn Lothar. 947 heiratete Adelheid Lothar, doch das Glück währte nicht lange. 950 starb Lothar, wahrscheinlich von Markgraf Berengar von Ivrea vergiftet. Dieser ließ sich nun in Pavia zum italienischen König krönen, bemächtigte sich der jungen Witwe und versuchte sie zur Ehe mit seinem Sohn Adalbert zu zwingen. Adelheid lehnte diese Ehe jedoch ab und hatte nun für Monate unter einer demütigenden Behandlung durch Berengar und dessen Frau zu leiden. Schließlich brachte man sie 951 auf die Burg Garda am Gardasee und sperrte sie dort in das Verließ. Einigen treuen Gefolgsleuten gelang es jedoch, sie daraus zu befreien. Nun griff der deutsche König
      OTTO I. in Ober-Italien ein. Er heiratete Adelheid in einer Zweckehe, die später in eine echte Zuneigung einmündete und krönte sich selbst, nachdem er Berengar unterworfen hatte, mit der Eisernen Krone der Langobarden zum italienischen König. Am 2.2.962 wurde Adelheid zusammen mit ihrem Gatten in Rom zur Kaiserin gesalbt. Zu Lebzeiten ihres Mannes war ihr Einfluß in der Politik eher gering. Dennoch nahm sie lebhaft an allen Ereignissen am Hof Anteil. Nach dem Tode OTTOS DES GROSSEN versuchte sie ihren Einfluß auf die Politik ihres Sohnes durchzusetzen und geriet bald in unüberwindbare Spannungen mit ihrer Schwieger-Tochter Theophano, die schließlich dazu führten, dass Adelheid als Reichsverweserin nach Pavia abgeschoben wurdde. Hier beeinflußten sie die geistigen Strömungen, die aus dem Kloster Cluny kamen. Diese Strömungen waren es, die von ihrem Sohn und Theophano als reichsfeindlich erkannt und ausgeschaltet werden sollten. 980 kam es zu einer Aussöhnung zwischen Mutter und Sohn in Ober-Italien, worauf sowohl die Spannungen mit ihrer Schwieger-Tochter aber auch ihr politischer Einfluß wieder zunahm. Nach dem Tode OTTOS II. verständigten sich Adelheid und Theophano dahingehend, dass Adelheid weiterhin als Reichsverweserin für Ober-Italien eingesetzt blieb, aber dort keine eigenständige Reichspolitik betreiben durfte. Nach dem Tode Theophanos wurde Adelheid für vier Jahre regierende Kaiserin des deutschen Reiches. Sie versuchte nun, die konsequente und kluge Politik Theophanos fortzusetzen, konnte sich jedoch nur auf Kosten von Zugeständnissen an die deutschen Fürsten auf dem Thron halten. 995 wurde ihr Enkel OTTO III. mündig. Dieser verbannte Adelheid umgehend aus persönlicher Abneigung von seinem Hof. Die letzten vier Jahre ihres bewegten Lebens verbrachte Adelheid im Kloster Selz im Elsaß, wo sie unbeachtet in der Nacht vom 16. zum 17. Dezember 999 verstarb und beerdigt wurde. Obwohl sie später heiliggesprochen wurde, ging das Wissen über ihre Grabstätte verloren. Sie wird unter der Gemeindekirche in Selz vermutet.

      Uhlirz Mathilde: Seite 315, "Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Otto III."

      Schönheit und geistige Gaben waren Adelheid zuteil geworden, klug und entschlossen hatte sie es in ihrer Jugend verstanden, auch die schwierigsten Lagen zu meistern. Dann hatte sie ein gütiges Schicksal an die Seite des bedeutendsten Herrscherers ihrer Zeit geführt, und diese Jahre, die sie als eine gleichgestimmte, wahrhaft ebenbürtige Gefährtin mit OTTO DEM GROSSEN verbracht hatte, bedeuteten den Höhepunkt ihres Lebens. Mit seinem Tode begann der schmerzliche Abstieg und man hat das Empfinden, dass die stolze, das Herrschen und Befehlen gewohnte Fürstin nur schwer den nachfolgenden Generationen Platz gemacht hat. Der Zwiespalt mit ihrem Sohn, der Gegensatz zu ihrer Schwieger-Tochter Theophanu haben sie verbittert und vergrämt, und sie scheint mehr unter dem Gefühl des Zurückgesetztwerdens gelitten zu haben, als es berechtigt war. Die Gnade des fröhlichen Alterns war ihr offenbar nicht beschieden, und so hatte sie im letzten Jahrzehnt ihres Lebens, als auch ihr Enkel-Sohn ihrer Führung entwachsen war, ihren Trost allein in kirchlichen Werken und in der frommen Hingabe an die Lehre Christi gefunden.

      Black-Veldtrup Mechthild: Seite 160, "Kaiserin Agnes"

      Die in Italien gelegenen Besitzungen Marengo und Gamondo, die der späteren Kaiserin Adelheid und ihrer Mutter Bertha von ihren Männern, König Hugo und seinem Sohn Lothar von Italien als Dotalgüter zugewiesen worden waren, brachte Kaiserin Adelheheid später als Heiratsgut, also als Frauengabe, in die Ehe mit OTTO I. ein. Diese beiden Güter finden sich Mitte des 11. Jahrhunderts ebenso im Besitz der Kaiserin Agnes wieder, wie die villa Hochfelden im Elsaß, die zur Ausstattung der Kaiserin Adelheid gehört hatte. Nach dem Tode der Königin Mathilde († 14.3.968) erhielt Adelheid im November des Jahres mehrere Höfe im Elsaß verbrieft, die zu den Gütern der verstorbenen Königin gehört haben könnten.


      947 1. oo Lothar König von Italien 929 † 22.11.950

      951 2. oo 2. OTTO I. DER GROSSE König des Deutschen Reiches 23.10.912 † 7.5.973


      Kinder:

      1. Ehe
      - Emma 948/50 † 2.11. nach 988
      966 oo Lothar König von Frankreich Ende 941 † 2.3.986

      2. Ehe
      - Heinrich Ende 952/Anfang 953 † 7.4. ca 954
      - Brun Ende 953/Anfang 954 † 8.9.957
      - OTTO II. König des Deutschen Reiches Ende 955 † 7.12.983
      - Mathilde Äbtissin von Quedlinburg Anfang 955 † 7.2.999


      Chroniken:
      Adalberts Fortsetzung des Regino. in: Ausgewählte Quellen zur Deutschen Geschichte Band VIII Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1977 Seite 204-208,224 - Annalen von Hildesheim - Annalen von Quedlinburg - Annalista Saxo: Reichschronik. Seite 25, 30-33,36,38 - Hrosvit von Gandersheim - Liudprands von Cremona: Werke in: Quellen zur Geschichte der sächsischen Kaiserzeit. Band VIII Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1977 Seite 400,416,524 - Thietmar von Merseburg: Chronik. Freiherr vom Stein-Gedächtnisausgabe, Seite 34,38,48,68,80,84,112,114,122,130,132,134,158 - Widukinds Sachsengeschichte. in: Ausgewählte Quellen zur Deutschen Geschichte Band VIII Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1977 Seite 132-136 -

      Literatur:
      Adelheid Kaiserin und Heilige 931 bis 999 Info Verlag Karlsruhe 1999 - Althoff Gerd: Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung. Studien zum Totengedenken der Billunger und Ottonen. Wilhelm Fink Verlag München 1984, Seite 140,147,161, 163,167,170,178,200,211,226,238,246,252,373 K 49 - Althoff Gerd: Die Ottonen. Königsherrschaft ohne Staat. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 2000 Seite 88,96,101,114,137,142,154,159,161,168,170,178,241 - Althoff, Gerd: Otto IIo III., Primus Verlag, Darmstadt 1997, Seite 40-154 - Barth Rüdiger E.: Der Herzog in Lotharingien im 10. Jahrhundert. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1990 Seite 144 Anm. 62 - Bauer Dieter R./Histand Rudolf/Kasten Brigitte/Lorenz Sönke: Mönchtum - Kirche - Herrschaft 750-1000 Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1998 Seite 175,258,302 - Beumann, Helmut: Die Ottonen. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln, Seite 57,67,69,72,76,83,88,91,117,123,127,129,131,135,150 - Black-Veldtrup, Mechthild: Kaiserin Agnes (1043-1077) Quellenkritische Studien, Böhlau Verlag Köln 1995, Seite 24-352 - Borgolte Michael: Geschichte der Grafschaften Alemanniens in fränkischer Zeit.Vorträge und Forschungen Sonderband 31 Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1984 Seite 82,84 - Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 4 Seite 8 - Die Begegnung des Westens mit dem Osten, hg. von Odilo Engels und Peter Schreiner, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1993, Seite 19-24,26,28,30,34,35 - Die Salier und das Reich, hg. Stefan Weinfurter, Jan Thorbecke Verlag 1991, Band I, Seite 100-104,106,110,113,184,206,505/Band II Seite 222 - Diener, Ernst: Könige von Burgund aus dem Hause der Welfen. in: Genealogisches Handbuch zur Schweizer Geschichte I. Band: Hoher Adel Zürich 1900-1908 Seite 78 - Diwald Helmut: Heinrich der Erste. 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Hahnsche Buchhandlung Hannover 2003 Seite 62,138,148,186 - Hlawitschka Eduard: Unteersuchungen zu den Thronwechseln der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts und zur Adelsgeschichte Süddeutschlands. Zugleich klärende Forschungen um „Kuno von Öhningen“, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1987, Seite 30,40,59,136 - Höfer, Manfred: Die Kaiser und Könige der Deutschen, Bechtle Verlag Esslingen 1994, Seite 42-43 - Holtzmann Robert: Geschichte der sächsischen Kaiserzeit. Deutscher Taschenbuch Verlag München 1971 Seite 138-148,156,163,189,195,199,205,212,218,225,235,240-244,254,,261, 272-274,281-291,295,301-311,314,319,477- Kaiserin Theophanu. Begegnung des Ostens und Westens um die Wende des ersten Jahrtausends. Gedenkschrift des Kölner Schnütgen-Museums zum 1000. Todesjahr der Kaiserin. Herausgegeben von Anton von Euw und Peter Schreiner Band I und II Köln 1991 - Köpke, Rudolf/Dümmler Ernst: Kaiser Otto der Große, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1962 - Schneidmüller, Bernd/Weinfurter Stefan/Hg): Otto III. - Heinrich II. Eine Wende?, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1997, Seite 51-392 - Schneidmüller,Bernd/Weinfurter Stefan/Hg): Ottonische Neuanfänge, Symposium zur Ausstellung Otto der Große, Magdeburg und Europa, Verlag Philipp von Zabern Mainz 2001 Seite 10,11,26,51,93,100,101,196-198,205, 222,251-291,299,300,305,316,319,361 - Schnith Karl: Frauen des Mittelalters in Lebensbildern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1997 Seite 23,24,27-62,64-71,77,95,155 - Schulze Hans K.: Das Reich und die Deutschen. Hegemoniales Kaisertum. Ottonen und Salier. Siedler Verlag, Seite 39,138,187-190,199,202,209,218,249,253,259,266,268,300,341,342 - Schwennicke Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 10 - Uhlirz, Karl: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Otto II. und Otto III. 1. und 2. Band. Verlag Duncker & Humblot Berlin 1967 - Uitz, Erika/Pätzold, Barbara/ Beyreuther, Gerald: Herrscherinnen und Nonnen. Frauengestalten von der Ottonenzeit bis zu den Staufern, Deutscher Verlag der Wissenschaften Berlin 1990, Seite 17-52 - Weinfurter, Stefan: Heinrich II. (1002-1024) Herrscher am Ende der Zeiten, Verlag Friedrich Pustet Regensburg 1999, Seite 19,21,23,45,100,212,232 - Werner Karl Ferdinand: Die Nacachkommen Karls des Großen bis um das Jahr 1000 (1.-8. Generation) Band IV in: Braunfels Wolfgang: Karl der Große Lebenswerk und Nachleben. Verlag L. Schwann Düsseldorf - Westmitteleuropa - Ostmitteleuropa. Vergleiche und Beziehungen. Festschrifift für Ferdinand Seibt zum 65. Geburtstag, hg. von Winfried Eberhard, Hans Lemberg, Heinz-Dieter Heimann und Robert Luft, R. Oldenbourg Verlag München 1992, Seite 85-86,88-89 - Wies, Ernst W.: Otto der Große, Bechtle Esslingen 1989, Seite 14-286 - Zimmermann, Harald: Otto der Große, Wissenschaftliche Buchgemeinschaft Darmstadt 1976 - [1]
    • Kaiserin Adelheid neben ihrem Gemahl König Otto I. im Meißner Dom

      Kaiserin Adelheid und König Otto I.

      [4]
    • Neue Deutsche Biographie - Adelheid (heilig)

      Kaiserin, zweite Gemahlin Ottos des Großen, * 931, † 16.12.999 Kloster Selz (Elsaß).

      Die Geschichte des 10. Jahrhunderts ist nicht arm an bedeutenden Frauengestalten; A. ist eine der bedeutendsten. Die Zeitgenossen rühmen in konventioneller Weise ihre Schönheit, Sittenreinheit, Frömmigkeit, Mildtätigkeit, vor allem aber, und dies ist nicht konventionell, ihre Klugheit und Urteilskraft. Nicht ohne literarische Bildung, stand sie in Verbindung mit den Äbten Majolus und Odilo von Cluny und mit Gerbert von Aurillac. Teilnahme an den Staatsgeschäften scheint ihr ein Lebensbedürfnis gewesen zu sein, und sie besaß die Gabe zu herrschen. Verwandtschaftliche Beziehungen verschafften ihr Einfluß in Deutschland, Italien, Frankreich und Burgund; Gerbert nannte sie 987 „Mutter der Königreiche“. - Schon als Kind aus politischen Gründen mit Lothar, dem Sohn und Erben König Hugos von Italien, verlobt, heiratete sie diesen nach dem Tode Hugos mit 16 Jahren in kritischster Zeit, da Markgraf Berengar von Ivrea die tatsächliche Macht an sich gerissen hatte. Nach dem frühen Tode Lothars (950) gewann er den Thron, behandelte A. in unwürdiger Art und setzte sie schließlich gefangen. Sie entkam auf abenteuerliche Weise. Inzwischen war Otto der Große, an dessen Hof ihr Bruder, König Konrad von Burgund, erzogen worrden war, ihr zu Hilfe gekommen, nahm das regnum Langobardorum als Besitzer der heiligen Lanze und Erbe der Karolinger an sich und vermählte sich im Dezember 951 mit ihr. In dem Aufstande Liudolfs, Ottos Sohn aus erster Ehe, ist ihre Rolle schwer zu durchschauen; erkennbar ist nur ihre Hinneigung zu Heinrich von Bayern, Liudolfs Hauptgegner, der sie zur Hochzeit in Pavia geleitet hatte. Gänzlich ohne Einfluß auf die Politik des Gatten war sie wohl nicht; das Schweigen der Quellen schliließt ihn nicht aus. Aber hinter der überragenden Königinmutter Mathilde trat sie zurück. Bei der Kaiserkrönung Ottos 962 wurde A. ebenfalls gekrönt und erscheint nun als imperatrix augusta, consors imperii u. ä. in den Urkunden. Sie brachte Otto in Verbindung mit Cluny, doch ohne handgreifliche Wirkung auf die Klöster im Reiche, die sich an Gorze hielten, sofern sie sich der Reformbewegung erschlossen. Nach Ottos Tod (973) folgte Otto II. zunächst häufig dem Rate der Mutter, löste sich aber seit 975 von ihr, wohl unter dem Einfluß seiner Gattin Theophanu. A. lebte seit 976 meist in Italien und Burgund. Eine Aussöhnung fand 980 in Pavia statt. 983 scheint sie hier|Vertreterin des Kaisers gewesen zu sein. Ihrem hohen Ansehen und der Tatkraft Theophanus ist es nicht zuletzt zu danken, daß nach dem vorzeitigen Tod Ottos der Thron dem unmündigen Otto III. erhalten wurde. Für ihn führten beide Frauen die Regentschaft zunächst gemeinsam. Aber nur vorübergehend ließ sie der Zwang der Umstände die Rivalität vergessen. A. mußte 985 vor der energischeren Theophanu weichen und ging wieder nach Italien, wo sie Herrschaftsrechte ausübte, wurde aber seit 988 von Theophanu auch hier verdrängt. Erst nach dem Tode der Schwiegertochter (991) erlangte sie nochmals die Regentschaft, die sie, beraten vor allem von Erzbischof Willigis von Mainz, tatkräftig führte. Den Rückgang der deutschen Vormachtstellung, vor allem im Osten, vermochte sie gleichwohl nicht zu verhindern. Mit dem mündig gewordenen Enkel kam es zum Bruch. Sie zog sich daraufhin in das von ihr gegründete Kloster Selz im Unterelsaß zurück, entsagte aber auch hier der Politik nicht völlig, sondern unternahm noch in ihrem Todesjahr eine Reise nach Burgund, um ihren Neffen König Rudolf III. mit seinen Gegnern auszusöhnen. Schon bald nach ihrem Tode wurde sie als Heilige verehrt und unter Urban II. (1088–99) offiziell kanonisiert. Eine Deutung ihrer Persönlichkeit scheitert an der Dürftigkeit der Quellen. Ihr Wesenskern war wohl eine cluniazensisch geprägte, politisch gerichtete Frömmigkeit. - Gertud Bäumer behandelte ihr Leben in ihrem Roman „A., Mutter der Königreiche“ (1926).

      Literatur
      ADB I; Odilo, Abt von Cluny, Epitaphium Adelheidae Imperatricis, in: MG SS IV, S. 633-45; O. R. Köpke u. E. Dümmler, Kaiser Otto d. Gr., 1876; J. Bentzinger, Das Leben d. Kaiserin A., Gemahlin Ottos I., wahrend d. Regierung Kaiser Ottos II., Diss. Breslau 1883; F. Steffanides, Kaiserin A., Gemahlin Ottos d. Gr., Progr. Böhm.-Leipa 1893; F. P. Wimmer, Kaiserin A., Gemahlin Ottos d. Gr., in ihrem Leben u. Wirken v. 931-73, Diss. Erlangen 1897; K. Uhlirz, Jbb. d. dt. Reiches unter Otto II., 1902; W. A. Fischer, Das Verhältnis Ottos d. Gr. z. seinem Sohne Liudolf u. z. seiner Gemahlin A., 1903 (einseitig); J. C. Clauß, Die Heiligen d. Elsaß, 1935, S. 23 ff., 186 ff. (Verzeichnis(se) d. von Adelheid bekannten Bilder; doch wird d. Elfenbeintafel d. Sammlung Trivulzi von Goldschmidt u. Schramm auf Otto II. u. Theophanu gedeutet); R. Holtzmann, Kaiser Otto d. Gr., 1936; ders., Gesch. d. sächs. Kaiserzeit, 1941; H. Günter, Otto d. Gr., 1941; Th. Vogelsang, Consors regni, Diss. Göttingen 1949, S. 44 ff. (ungedruckt); LThK.

      [5]
    • Siehe auch Wikisource:
      Odilo von Cluny: Das Leben der Kaiserin Adalheid, übersetzt von Hermann Hüffer (1891)


  • Quellen 
    1. [S3] Genealogie-Mittelalter.de, Karl-Heinz Schreiber, .

    2. [S3] Genealogie-Mittelalter.de, Karl-Heinz Schreiber, .

    3. [S3] Genealogie-Mittelalter.de, Karl-Heinz Schreiber, .

    4. [S7] Wikipedia, Adelheid von Burgund (931–999).

    5. [S21] Neue Deutsche Biographie Onlinefassung, Schlesinger, Walter, "Adelheid" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 57-58 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd118646974.html.