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 Bohrer

von Wessex, Edgitha

von Wessex, Edgitha

weiblich 912 - 946  (34 Jahre)

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  • Name von Wessex, Edgitha 
    • Edgith , Editha
    Geboren 905/912  [1
    Geschlecht weiblich 
    Titel/Amt/Status Deutschland Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  [1
    Deutsche Königin 
    Genannt 939  Lorsch Kloster [64653],Bergstraße,Hessen,Deutschland Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  [2
    Edgith hielt sich während der Kämpfe des Jahres 939, als König OTTO I. die Festung Breisach belagerte, in der Abtei Lorsch auf. 
    Gestorben 26 Jan 946  Magdeburg [39104],Magdeburg,Sachsen-Anhalt,Deutschland Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  [1
    Begraben Mainz [55127],Mainz,Rheinland-Pfalz,Deutschland Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  [1
    • Albanikirche
    Personen-Kennung I1034  Mittelalter
    Zuletzt bearbeitet am 12 Feb 2016 

    Familie von Sachsen, Otto I.,   geb. 23 Nov 912, Wallhausen [06528],Mansfeld-Südharz,Sachsen-Anhalt,Deutschland Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort,   gest. 7 Mai 973, Memleben [6642],Burgenlandkreis,Sachsen-Anhalt,Deutschland Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  (Alter 60 Jahre) 
    Verheiratet 929  [3
    Kinder 
     1. von Schwaben, Liudolf,   geb. um 930, Magdeburg [39104],Magdeburg,Sachsen-Anhalt,Deutschland Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort,   gest. 6 Sep 957, Pombia [28050],Piemont,Italien Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  (Alter ~ 27 Jahre)
    +2. von Sachsen, Liutgard,   geb. 931, Magdeburg [39104],Magdeburg,Sachsen-Anhalt,Deutschland Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort,   gest. 18 Nov 953  (Alter 22 Jahre)
    Zuletzt bearbeitet am 22 Dez 2015 
    Familien-Kennung F426  Familienblatt  |  Familientafel

  • Ereignis-Karte
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    Link zu Google MapsGenannt - Edgith hielt sich während der Kämpfe des Jahres 939, als König OTTO I. die Festung Breisach belagerte, in der Abtei Lorsch auf. - 939 - Lorsch Kloster [64653],Bergstraße,Hessen,Deutschland Link zu Google Earth
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  • Fotos
    Editha Grabdeckel
    Editha Grabdeckel

  • Notizen 
    • Edgitha von Wessex Deutsche Königin
      905/12 † 26.1.946 Magdeburg Begraben: Albanikirche Mainz

      Jüngere Tochter des Königs Eduard I. des Älteren von England († 17.7.924) aus dem Hause WESSEX aus seiner 2. Ehe mit der Aelflede, Tochter von Earldorman Athelm
      Schwester von Kron-Prinz Aethelward von England († 924), Prinz Edwin von England († 933), Königin Edgife (Aethgiva) von Frankreich († 26.12.956), Herzogin Eadhild von Franzien († 937), Gräfin Elgive im Thurgau, Nonne Edflede, Nonne Aethelhilde zu Wilton, Stief-Schwester von König Aethelstan von England († 27.10.939), König Edmund I. dem Prächtigen von England († 26.5.946), König Edred von England († 23.11.955), Herzogin Elgive von Aquitanien und Nonne Edburgh zu Winchester
      Enkelin von König Alfred dem Großen von England († 26.10.899)

      Lexikon des Mittelalters: Band III Seite 1572

      Edgith (Eadgyth, Edith), deutsche Königin
      † 29. Januar 946 Begraben: Magdeburg, Dom
      Tochter König Eduards des Älteren, Halb-Schwester König Æthelstans

      oo 929/930 OTTO DER GROSSE (dessen 1. Gemahlin)

      Die Brautwerbung für seinen Sohn OTTO beim angelsächsischen König Æthelstan betrieb König HEINRICH I. in schwerer Zeit. Dabei ist hervorzuheben, daß mit Edgith, die von zwei zur Auswahl übersandten Prinzessinnen als zukünftige Gemahlin OTTOS ausgewählt worden ist, eine Verbindung mit dem hl. König Oswald eingegangen wurde, dessen Kult im 10. Jahrhundert in Sachsen Verbreitung fand.
      Edgith erhielt Magdeburg als Morgengabe und geriet als Mutter Liudolfs, der mit Ita, der Tochter des Schwaben-Herzogs Hermann I. verheiratet wurde, und Liudgards, der Gemahlin Konrads des Roten, neben der Königin Mathilde, ihrer Schwieger-Mutter, offenbar in eine schwierige Situation.
      Im Jahre 946 verstorben, wurde sie in Magdeburg bestattet und erhielt durch urkundliche Schenkung an das Moritz-Kloster zu Magdeburg und das Servatiusstift zu Quedlinburg vom 29. Januar 946 (DD O. I. 74, 75) ein königliches Totengedenken.
      K. Schmid

      Quellen:
      Hrotsvithae Gesta Oddonis, V. 68ff., ed. P. v. Winterfeld, MGH SRG 34, 19652, 206f.
      Wilhelm v. Malmesbury, De Gestis Regum Anglorum Quinque, c. 135, ed. W. Stubbs, RS 90/1, 1887, 149f.

      Literatur:
      JDG H.I. und O. I.
      RI II, 1, 23h, 55d, 131a/b, 132, 133
      K. Schmid, Neue Q. zum Verständnis des Adels im 10. Jh.; Die Thronfolge Ottos d. Gr. (Königswahl und Thronfolge in otton.-frühdt. Zeit, hg. E. Hlawitschka, WdF 178, 1971), 389-416; 417-508
      E. Hlawitschka, Die verwandtschaftl. Verbindungen zw. dem hochburg. und dem niederburg. Königshaus (Fschr. P. Acht, 1976), 28-57, bes. 52ff.
      K. Leyser, Die Ottonen und Wessex, FMASt 17, 1983, 73-97, 75ff.
      S. Keynes, King Æthelstan's Books (Fschr. P. Clemoes, 1985), 143-201, 147ff.

      Klauser Heinrich: Seite 46, "Lexikon deutscher Herrscher- und Fürstenhäuser"

      EDGITHA

      Edgitha war die erste Gemahlin König OTTOS I.
      Sie erhielt von ihm als Morgengabe zur Vermählung die Stadt Magdeburg, die ein wichtiger Umschlagplatz für den Handel mit den slawischen Stämmen war.
      Edgitha war die Mutter Liudolfs, dem späteren Herzog von Schwaben.
      Sie wurde wegen ihrer Mildtätigkeit vom Volk wie eine Heilige verehrt und in der Klosterkirche von Magdeburg beigesetzt.

      Hlawitschka Eduard: Seite 83-84, "Die Ahnen der hochmittelalterlichen deutschen Könige, Kaiser und ihrer Gemahlinnen. Ein kommentiertes Tafelwerk Band I 911-1137"

      VII : Königin Edgitha (von England), 1. Gemahlin König Ottos I.
      1 : Königin Edgitha

      Als Gemahlin König OTTOS I. ist Edgitha oft bezeugt; so etwa in OTTOS Urkunde MGH D O I 13 vom 17.X.936; interventu coniugis nostrae reginae Eadiht; ähnlich D O I 6 (Edgida), 7 (Eadgida), 13,14,50 (Aedgid), 69 (Aetgid), 74,75,88 etc. - Ausführlich berichtet Hrotsvith von Gandersheim, Gesta Ottonis v. 68-79, MGH SS rer. Germ. Seite 206f., über die Anbahnung der Ehe:
      Heinrico placuit ... ut .../ipse suo primogenito regique fururo/Oddonis dignam iam disponsaret amicam,/quae propriae proli digne posset sociari./Hanc non in proprio voluit conquire regno;/trans mare legatos sed transmisit bene cautos/gentis ad Anglorum terram sat deliciosam,/demandans, ut continuo cum munere misso/Aedwardi regis natam peterent Eaditham,/que patre defuncto iam tunc residebat in aula,/fratre suo regni sceptrum gestante paterni. - Auch Widukind, Rer. gest. Saxon. lib. I cap. 37, MGH SS rer. Germ. Seite 54:
      rex [Heinricus] dedit filio suo Oddoni coniugem filiam Ethmundi [recte: Ethwardi] regis Anglorum, sororem Adalstani;
      Liudprand, Antapod. lib. IV cap. 17, MGH SS rer. Germ. Seite 114, vermeldet:
      Duxerat idem rex Otto ante regni susceptionem ex Anglorum gente nobilissima ... sibi uxorem nomine Otgith. - Weitere Belege bei G. WAITZ, Jahrbücher Heinrichs I. Seite 133f.; R. KÖPKE-E. DÜMMLER, Otto der Große Seite 9f.; BO nr. 23 h. Zu den Zusammenhängen der Hochzeitswerbung vgl. zuletzt E. HLAWITSCHKA, Verwandtschaftliche Verbindungen Seite 50-57, ND Seite 291-298; W. GEORGI, Keonwald Seite 1-40.
      Die Geburtszeit Edgithas ist unbekannt. Da aber nach Hrotsvith, Gesta Ottonis v. 112-117, Seite 207f., Edgitha von ihrer jüngeren, aber gleichfalls schon im heiratsfähigen Alter stehenden Schwester Adiva/Edgiva begleitet wurde, dürfte Edgitha damals wohl mindestens 16-17 Jahre alt gewesens ein. (OTTO I. stand bei der Verheiratung wohl gerade vor dem Beginn des 17. Lebensjahrs; nach R. KÖPKE-E. DÜMMLER, a.a.O. Seite 11f., läßt sich sogar erwägen, daß Edgitha geringfügig älter als OTTO I. war; hiernach ebenso J. EHLERS, Königin aus England Seite 42). Ohne Begründung spricht G. WOLF, Aethelfled Seite 528, von der "etwa 915/17 geborenen Eadgyth (Edith)"; er läßt Edgith somit bei ihrer Verheiratung gerade erst 12-14 Jahre alt sein.
      Zur Zeit der Verehelichung - im Zusammenhang der "Hausordnung" HEINRICHS I. in der 2. Hälfte des September 929 in Quedlinburg - vgl. K. SCHMID, Neue Quellen Seite 186-203, besonders Seite 194, ND Seite 391-413, besonders Seite 402f. (Hochzeit: "wenn nicht mehr im Jahr 929, dann jedenfalls in den ersten Monaten des Jahres 930"); DERS. Thronfolge Ottos des Großen Seite 109ff., besonders Seite 118f., ND Seite 447ff., besonders Seite 457f. (Eheschluß Januar - Februar 930). - Zur Datierung der Hochzeit auf die 2. September-Hälfte 929 vgl. E. HLAWITSCHKA, Untersuchungen zu den Thronwechseln Seite 88-93; DERS., Ottonen-Einträge der Lausanner Annalen Seite 128-131 mit Anm. 23 und 31 auf Seite 143f.; akzeptiert bei G. ALTHOFF, Amicitiae und Pacta Seite 37f. Anm. 105; W. GEORGI, Keonwald Seite 34 ("um den 16. September").
      Verstorben ist Edgitha am 26.I.946; vgl. Ann. necrol. Fuldens., MGH SS 13 Seite 197, ed. K. SCHMID, Klostergemeinschaft von Fulda I Seite 330:
      Annus Domini 946. 7. Kal. Febr. ob. Etgith regina;
      Flodoard, Annales ad 946, ed. Ph. LAUER Seite 101:
      Edmundus rex transmarinus defungitur; uxor quoque regis Othonis, soror ipsius Edmundi, decesit;
      Widukind von Corvey, a.a.O. lib. II cap. 41:
      Ille annus notabilis ... de morte scilicet beatae memoriae Edidis reginae, cuius dies extrema VII. Kalend. Februar. celebrata est. ... Decem annorum regni consortia tenuit, XI. obiit; Saxoniam vero XVIIII annis inhabitavit. Zum Datum und zu weiteren Belegen vgl. R. KÖPKE-E. DÜMMLER, a.a.O. Seite 146ff. - Bestattet wurde Edgith im Dom zu Magdeburg; vgl. Widukind, Rer. gest. Saxon. lib. II cap. 41, Seite 100:
      Sepulta est autem in civitate Magathaburg in basilica nova, latere acquilonali ad orientem;
      Contin. Reginonis ad 947, MGH SSer. Germ. Seite 163:
      Domna Edgid obiit, quae maximo regis omniumque suorum planctu Magdeburg sepelitur;
      Thietmar von Merseburg, Chron. lib II cap. 3, MGH SS rer. Germ. NS 9 Seite 40ff.:
      Fuit haec cum viro suo X et VIII annos, orinationis suaeque obiit XI anno, VII. Kal. Febr., ... sepultaque est in civitate prefata in maiori aecclesia, in oratorio aquilonari; vgl. auch lib. II cap. 11, Seite 50:
      statuit rex abbaciam in Magdaburgiensi civitate, incipiens aecclesiam mirum in loco, ubi sancta requiescit Aedith et iuxta quam post obitum suimet pausare desioderaverat ipse. - Zum Grab vgl. auch bei VI : Kaiser Otto I. nr 1.

      Schwennicke Detlev: Tafel 10, "Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1"

      OTTO I. DER GROSSE
      * 23.XI.912, † 7.V.973

      IX 929 I. oo ED(G)ITHA † 26.I.946
      Tochter von Eduard (Edward) dem Älteren König der Angelsachsen, Begraben: Magdeburg Dom

      GROSSE FRAUEN DER WELTGESCHICHTE. Tausend Biographien in Wort und Bild.: Seite 144

      KÖNIGIN EDITHA
      * um 912, † 946
      Mit der dichtenden Nonne Hroswitha von Gandersheim tritt die deutsche Frau, zum erstenmal tätigen Anteil nehmend, in die Literaturgeschichte ein. In Hroswitha verkörperte sich ein Typus, der für das adelige Frauentum der "ottonischen Renaissance" charakteristisch war, und ihr verdanken wir auch eine höchst eindrucksvolle Schilderung der angelsächsischen Königs-Tochter Editha oder Edgitha, der ersten Gemahlin des späteren Kaisers OTTOS DES GROSSEN.
      "Von reiner und edler Stirn, anmutigem Wesen und wahrhaft königlicher Gestalt" - so hat uns Hroswitha die Enkelin Alfreds des Großen überliefert, die im Jahre 929 als 17-jährige dem gleichaltrigen ostfränkischen Königs-Sohn OTTO anvermählt wurde. In Quedlinburg fand die prunkvolle Hochzeit statt. Editha gewann sich mit ihrem natürlichen Wesen und ihrer aufrichtigen Gesinnung bald das Vertrauen und die Zuneigung nicht nur des Gatten, sondern auch des Volkes, das die "Ausländerin" wie eine Heilige verehrte. OTTO schenkte ihr - als königliche Hochzeitsgabe - die Einkünfte aus dem Bistum Magdeburg, dort ließ sie mit Hilfe ihres Gemahls ein Benediktiner-Kloster anlegen, das dem kleinen, unbedeutenden Handelsort in kurzer Zeit zu Ansehen und Blüte verhalf.
      Die Historiker billigen der englischen Königs-Tochter wesentlichen Anteil zu an der Festigung der hohen Familientradition des sächsischen Hauses; die Bluts- und Wesensverwandtschaft mit den Herrscher-Häusern jenseits des Kanals fand in Editha ihre reinste und liebenswerteste Verkörperung, in dieser untadeligen Frau und Mutter, die ihrem Gemahl zwei Kinder schenkte:
      den jungverstorbenen Liudolf und Luitgard, die spätere Gattin Konrads des Roten.
      Über Edithas letzter Ruhestätte in der Mainzer Albanikirche hängt eine silberne Spindel als Sinnbild fraulicher Tugend.

      Black-Veldtrup Mechthild: Seite 161, "Kaiserin Agnes"

      Die angelsächsische Königs-Tochter Edgith erhielt vom präsumptiven Thronfolger OTTO I. Magdeburg als Ausstattung. Über Größe und Ertrag all dieser Güter liegen keine Quellen vor. Trotzdem nehmen sich die Orte Wallhausen, Magdeburg und Bamberg bzw. der Gegenwert von (Halb-)Merseburg, die nicht nur die aus nichtköniglichem Geschlecht stammenden Damen Hatheburg, Mathilde und Kunigunde, sondern auch die Königs-Tochter Edgith anläßlich ihrer Eheschließung mit ihrem noch nicht königlichen Ehemännern erhielten, vergleichsweise gering aus gegenüber den riesigen Güterkomplexen, die Theophanu und Agnes zugesprochen wurden.

      Lebe Reinhard: Seite 43, "Ein Königreich als Mitgift"

      Mit dem englischen Königs-Haus standen sich die sächsischen Herrscher besonders gut, und so zögerte Englands König Aethelstan nicht, den sächsischen Brautwerbern zuzusagen und ihnen gleich zwei Schwestern zur gefälligen Auswahl über den Kanal zu schicken. Die Schwestern Edgitha und Egvina reisten in der Obhut eines Bischofs übers Meer und dann den Rhein hinauf bis nach Köln, wo sie samt ihrer reichen Schatzmitgift von Gesandten König HEINRICHS I. empfangen wurden. Den kleinen Engländerinnen wird's auf der langen Reise nicht leicht ums Herz gewesen sein, doch die bange Frage, für wen sich König und Kronprinz entscheiden würden, wurde zügig beantwortet: dem 17-jährigen OTTO ist im Herbst 929 in Quedlinburg die Ältere, Edgitha, vermählt worden.
      Edgitha ist bei der Hochzeit durch eine äußerst großzügige "Morgengabe", den Besitz der Stadt Magdeburg ausgezeichnet worden. "Erglänzend im Strahle vollendeter Güte", blieb Edgitha in der bescheidenen sächsischen Hofhaltung doch erst im Schatten der Königin Mathilde.
      Halberstadt, Wallhausen, Herford, so hießen unter anderem die kümmerlichen Residenzen.
      Erst eine Anfangsdreißigerin, ist Edgitha nach der Geburt von zwei Kindern schon im Januar 946 gestorben. Legendäre Erzählungen wissen von vielen milden und sogar Wundertaten der Königin, die im Volk lange als "heilige Edith" weiterlebte und deren Sarkophag sich heute neben OTTO DEM GROSSEN im Magdeburger Dom befindet.

      Schneidmüller Bernd/Weinfurter Stefan (Hrsg.): Seite 15,32,251-291,361,364, "Ottonische Neuanfänge. Symposium zur Ausstellung 'Otto der Große, Magdeburg und Europa'"

      Heilige hielten das Reich zusammen und wurden gleichsam zu seinen Verfassungsschützern. Vor allem heiligten sie die Herrschaft und das reich selbst. An ihre Stelle traten die heiligen ottonischen Frauen, Edgith, Mathilde und andere, die ihrerseits bereits wieder Beweise der ottonischen Heiligkeit waren.
      Insofern sind im vorgegebenen Rahmen durchaus auch persönlich bestimmte Motive zu veranschlagen, die dazu führten, daß eben Magdeburg bereits 929 als Morgengabe für OTTOS angelsächsiche Gemahlin Edgith ausgesucht wurde und bald nach dessen Thronbesteigung dort der Bau einer Pfalzanlage begann, die ob ihrer gewaltigen Dimensionen an das Aachen KARLS DES GROSSEN gemahnen mußte. Bereits 937 leitete OTTO mit der Begründung des Moritzklosters die kirchliche Rangerhöhung Magdeburgs ein. Einem ersten Gotteshaus, in dem die Königin Edgith 946 bestattet wurde, folgte ab 955 ein statlicher, mit Marmor, Gold und Edelsteinen geschmückter Neubau.
      Die erste Ehe OTTOS I. mit der angelsächsischen Königs-Tochter Edgith, deren Familie vom heiligen Oswald abstammte, hing mit den angelsächsischen Heiratsbündnissen auf dem Kontinent zusammen und schuf gleichzeitig Verbindungen zu den karolingischen Herrschern des westfränkischen Reichs [3 Der Hintergrund sind die beiden Ehen des westfänkischen KAROLINGERS Karl III. des Einfältigen mit Friderun (Schwester Mathildes?) und Eadgifu (Schwester Edgiths). Treffend bemerkt Karl Leyser, Die Ottonen und Wessex, in: Frühmittelalterliche Studien 17, 1983, Seite 73-97, Seite 86, die Hochzeit mit Edgith habe den LIUDOLFINGERN "in einem Zuge eine internationale Position, könnten wir beinahe sagen, in der sich bildenden nachkarolingischen Ordnung" gegeben.] und zu den Königen von Burgund - Edgiths Halb-Schwester Aelgifu heiratete Ludwig, den Bruder von Adelheids Vater Rudolf II. von Burgund. Ob sich die römische Perspektive so rasch eröffnet hätte, wenn Edgith nicht schon 946 gestorben wäre und sich das Projekt einer zweiten angelsächsischen Ehe nicht zerschlagen hätte [5 Die freilich schwachen Spuren dieses Vorhabens sammelte Leyser (wie Anmerkung 3), Seite 88-91; demnach könnte die Ermordung König Edmunds 946 kurz nach Edgiths Tod eine weitere angelsächsische Heirat OTTOS I. verhindert haben. - Die Indizien für eine Verehrung Edgiths als heilig bei Patrick Corbet, Les saints ottoniens. Saintete dynastique, saintete royale et saintete feminine autor de lan Mil (Beihefte der Francia 15), Sigmaringen 1986, Seite 46-50; Günther Wolf, Sanctae feminae venerabilis der Ottonen, in: Zeitschrift für Kirchengeschichte 106, 1995, Seite 222-230, Seite 225f; Kurt-Ulrich Jäschke, From Faous Empresses to Unspectacular Queens: The Romano-German Empire to Margaret of Brabant, Countesss of Luxemburg and Queen of the Romans, in: Queens and Queenship in Medieval Europe. Proceedings of a Conference held at King's College, London April 1995, ed. by Anne J. Duggan, Woodbridge 1997, Seite 75-108, Seite 96-100.], ist immerhin fraglich.
      Eine vergleichbare Beobachtung läßt sich bei Edgith nicht machen:
      Aufgrund ihrer angelsächsischen Herkunft entfallen enge verwandtschaftliche oder freundschaftliche Bindungen als Bezugsperson ihrer Interventionen. Auffälligerweise galt ihre Fürsprache aber stets Personen, die in enger Beziehung zu Mathilde standen:
      So intevenierte sie zugunsten des Bischofs Baldrich von Utrecht, der als Erzieher von Mathildes jüngstem Sohn Brun fungierte; zugunsten von Mathildes Verwandten Adaldag, seit 937 Erzbischof von Hamburg; zugunsten von Mathildes Vetrautem, dem Bischof Bernhard von Halberstadt; und schließlich zugunsten der schon auf Mathildes Interventionen hin begünstigten Klöster von Corvey und Herford. Lediglich Edgiths Intervention zugunsten zweier Vasallen ihres Sohnes Liudolf scheint in keinem Zusammenhang mit Mathildes persönlichen Bindungen zu stehen.
      Die OTTONEN heirateten fast immer "nach oben", und das zeitigte Folgen in jener politisierenden Männergeselschaft. Die Damenreihe Mathilde, Edgith, Adelheid mit ihrem Herkunftsbewußtsein aus der sächsischen Nachkommenschaft Widukinds, aus der geheiligten angelsächsischen Herrscher-Familie von WESSEX und aus der großen Welt der WELFEN und italienischen Könige markiert deutliche Neuanfänge, weil die Königinnen ihren Gatten Rang und Weite, schließlich Getreue und Petenten zuführten.

      Körntgen, Ludger: Seite 10, "Ottonen und Salier."

      Die Entscheidung über OTTOS Nachfolge im Königtum dürfte aber schon früher gefallen sein; sie wird von der Forschung zumeist mit dem Jahr 929 verbunden, als HEINRICH I. in einer "Hausordnung" anlässlich der Mannbarkeit OTTOS der Königin Mathilde das Witwengut zuwies. Ungefähr zu diesem Zeitpunkt wurde OTTO auch mit der angelsächsischen Königs-Tochter Edgitha verheiratet, die weiteren königlichen Glanz und das religiöse Prestige eines Märtyrers, ihres zweihundert Jahre zuvor getöteten Vorfahren Oswald, in die liudolfingische Familie brachte.


      929 oo 1. OTTO I. DER GROSSE König des Deutschen Reiches, 23.10.912 † 7.5.973


      Kinder:
      1. Ehe

      - Liudolf Herzog von Schwaben 930 † 6.9.957
      947 oo Ida von Schwaben, Tochter des Herzogs Hermann, 932/34 † 17.5.986
      - Liutgard ca. 931 † 18.11.953
      947 oo Konrad der Rote Herzog von Lothringen ca 920 † 10.8.955


      Chroniken:
      Adalberts Fortsetzung des Regino. in: Ausgewählte Quellen zur Deutschen Geschichte Band VIII Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1977 Seite 200,204 - Annalista Saxo: Reichschronik. Seite 16 - Hrosvit von Gandersheim - Liudprands von Cremona: Werke in: Quellen zur Geschichte der sächsischen Kaiserzeit. Band VIII Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1977 Seite 400,420 - Thietmar von Merseburg: Chronik. Freiherr vom Stein-Gedächtnisausgabe, Seite 34,36,44 - Widukind von Corvey: Die Sachsengeschichte. Philipp Reclam jun. GmbH & Co., Stuttgart 1981 Seite 103,151,155,165 -


      Literatur:
      Althoff Gerd: Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung. Studien zum Totengedenken der Billunger und Ottonen. Wilhelm Fink Verlag München 1984, Seite 140,159,165,177 - Althoff Gerd: Die Ottonen. Königsherrschaft ohne Staat. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 2000 Seite 57,69,88,95,136 - Beumann, Helmut: Die Ottonen, Verlag W. Kohlhammer, 1991 Seite 42,56, 67,112 - Black-Veldtrup, Mechthild: Kaiserin Agnes (1043-1077) Quellenkritische Studien, Böhlau Verlag Köln 1995, Seite 161,162,167, 322,346 - Brüsch, Tania: Die Brunonen, ihre Grafschaften und die sächsische Geschichte. Herrschaftsbildung und Adelsbewußtsein im 11. Jahrhundert. Matthiesen Verlag Husum 2000 Seite 13 - Die Salier und das Reich, hg. Stefan Weinfurter, Jan Thorbecke Verlag 1991, Band I Seite 102,104,111,113 - Eickhoff, Ekkehard, Theophanu und der König, Klett-Cotta Stuttgart 1996, Seite 24,26,168,240,379,416 - Giese, Wolfgang: Der Stamm der Sachsen und das Reich in ottonischer und salischer Zeit. Franz Steiner Verlag Wiesbaden 1979, Seite 95,101,103,105 - Giesebrecht Wilhelm von: Geschichte der deutschen Kaiserzeit. Band 1- Band 6, Mundus Verlag 2000 - Glocker Winfrid: Die Verwandten der Ottonen und ihre Bedeutung in der Politik. Böhlau Verlag Köln Wien 1989 Seite 18-28 - GROSSE FRAUEN DER WELTGESCHICHTE. Tausend Biographien in Wort und Bild. Neuer Kaiser Verlag 1987 Seite 144 - Hlawitschka Eduard: Die Ahnen der hochmittelalterlichen deutschen Könige, Kaiser und ihrer Gemahlinnen. Ein kommentiertes Tafelwerk Band I 911-1137 Teil 1 und Teil 2 Hahnsche Buchhandlung Hannover 2006 Seite 79,83-86,107,256,259,298,303,594 - Hlawitschka, Eduard: Die verwandtschaftlichen Verbindungen zwischen dem hochburgundischen und dem niederburgundischen Königshaus. Zugleich ein Beitrag zur Geschichte Burgunds in der 1. Hälfte des 10. Jahrhunderts, in: Schlögl, Waldemar und Peter Herde: Grundwissenschaften und Geschichte, Festschrift für Peter Acht; Kallmünz 1976 (Münchener historische Studien: Abteilung geschichtliche Hilfswissenschaften Band 15) Seite 28-57 - Hlawitschka, Eduard: Konradiner-Genealogie, unstatthafte Verwandtenehen und spätottonisch-frühsalische Thronbesetzungspraxis. Ein Rückblick auf 25 Jahre Forschungsdisput. Hahnsche Buchhandlung Hannover 2003 Seite 8,16 - Hlawitschka Eduard: Untersuchungen zu den Thronwechseln der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts und zur Adelsgeschichte Süddeutschlands. Zugleich klärende Forschungen um „Kuno von Öhningen“, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1987, Seite 89-92 - Holtzmann Robert: Geschichte der sächsischen Kaiserzeit. Deutscher Taschenbuch Verlag München 1971 Seite 85,108,136,147,183,214,217,235 - Keller, Hagen: Die Ottonen. Verlag C.H. Beck München 2001 Seite 16,27,32,36,46,55,60 - Klauser, Heinrich: Lexikon deutscher Herrscher und Fürstenhäuser, Ullstein Lexikon Seite 46 - Köpke, Rudolf/Dümmler Ernst: Kaiser Otto der Große, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1962 - Körntgen, Ludger: Ottonen und Salier. Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 2002 Seite 10,12-14,18 - Laudage, Johannes: Otto der Große. Eine Biographie. Verlag Friedrich Pustet Regensburg 2001 Seite 15,24-26,29,85,101,105,107,128, 155,158,163,223,249,291,295 - Lebe Reinhard: Ein Königreich als Mitgift. Heiratspolitik in der Geschichte. Deutsche Verlagsanstalt Stuttgart 1998 Seite 43 - Offergeld Thilo: Reges pueri. 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Siedler Verlag, Seite 39,138,179,244,246 - Schwennicke Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 10 - STERN TV -Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 13 - Uhlirz, Karl: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Otto II. und Otto III. 1. und 2. Band. Verlag Duncker & Humblot Berlin 1967 - Waitz, Georg: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter König Heinrich I., Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1963 - Wies, Ernst W.: Otto der Große, Bechtle Esslingen 1989, Seite 11,13,63,72,118,122,139,236,272,276 - Wikipedia - Zimmermann, Harald: Otto der Große, Wissenschaftliche Buchgemeinschaft Darmstadt 1976 - [1]
    • Identität Königin Edithas bestätigt - Anthropologische Untersuchungen der Gebeine
      Pressemitteilung vom 17.06.2010


      Es ist Editha
      30 Forscher haben Knochen, Zähne, Kleider einer Toten im Magdeburger Dom untersucht. Ihr Schluss: Es handelt sich tatsächlich um die Gemahlin des Kaiser Otto des Großen.
      Pressemitteilung 18. Juni 2010


  • Quellen 
    1. [S3] Genealogie-Mittelalter.de, Karl-Heinz Schreiber, .

    2. [S3] Genealogie-Mittelalter.de, Karl-Heinz Schreiber, , Glocker Winfrid.

    3. [S3] Genealogie-Mittelalter.de, Karl-Heinz Schreiber, .